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Der Landesverband Nordrhein-Westfalen

Der Landesverband NRW hat sich am 20./21. Oktober 2007 gegründet.

Unser Landesverband ist nach dem aktuellen Bundesparteitag mit 7 Mitgliedern im Bundesparteivorstand vertreten.

DIE LINKE. NRW ist mit 11 Abgeordneten im Nordrhein-Westfälischen Landtag vertreten.

5. Oktober 2011

Ein Schutzschirm für Kommunen

Niedergang der öffentlichen Infrastruktur stoppen

Marode Schulen, zu wenige Kita-Plätze, Schlaglöcher in den Straßen, Schließung von Schwimmbädern, Jugendeinrichtungen, Bibliotheken – die öffentliche Infrastruktur wird immer weiter zerstört. Fast alle Gemeinden in NRW sind chronisch unterfinanziert. Die „Kommunale Selbstverwaltung“ steht nur noch auf dem Papier.

Die jahrelange Politik der Steuergeschenke an Unternehmen, Banken, Versicherungen, Spekulanten, Superreiche und Hoteliers hat maßgeblich zum finanziellen Ausbluten der öffentlichen Kassen beigetragen. Dies geschah auf allen Ebenen durch CDU/FDP/SPD/GRÜNE.

Die Kommunen sind besonders hart betroffen, da sie auf Steueraufkommen der Bundesebene angewiesen sind. Abgesehen von der Gewerbesteuer haben Kommunen selbst kaum eigene bedeutsame Steuerquellen.

Zudem wird das Konnexitätsprinzip missachtet, das heißt: Bund und Länder wälzen immer mehr Aufgaben auf die Kommunen ab, ohne die entsprechenden Finanzmittel zur Verfügung zu stellen.

Steuereinnahmen stärken — Steueraufkommen umverteilen

Das Steueraufkommen muss insgesamt gestärkt und zwischen Bund, Ländern und Kommunen fundamental anders verteilt werden. DIE LINKE fordert:

  • Stärkere Besteuerung der Unternehmen und Vermögenden bei Entlastung der unteren und mittleren Einkommen.
  • Eine Millionärssteuer, höhere Spitzensteuersätze bei Einkommens- und Körperschaftsteuer sowie die Erbschaftssteuer. Das brächte allein für NRW und seine Kommunen rund 20 Milliarden Euro Mehreinnahmen.
  • Steuerhinterziehung bekämpfen durch Einstellung von weiteren Steuer- und Betriebsprüfern. Diese sorgen jeweils für rund eine Million Euro Steuermehreinnahmen pro Jahr.
  • Verbreiterung und Verstetigung der Gewerbesteuer hin zu einer Gemeindewirtschaftssteuer.

Städte und Gemeinden sind für 70 Prozent der öffentlichen Investitionen zuständig. Dafür brauchen sie eine angemessene Finanzausstattung. DIE LINKE fordert:

  • Erhöhung der Grunderwerbssteuer auf fünf Prozent und eine angemessene Beteiligung der Kommunen an den Erlösen.
  • Investitionspauschalen für die Kommunen aus Bundes- und Landesmitteln.
  • Erhöhung des Anteils der Kommunen an Einkommens- und Unternehmenssteuern.
  • Volle Übernahme der Kosten für übertragene Pflichtaufgaben durch Land und Bund, besonders im sozialen Bereich. Wer den Kommunen Aufgaben überträgt, muss auch zahlen.
  • Spezielle Förderprogramme auf Landesebene für Gemeinden (z.B. sozialer Wohnungsbau).
  • Die Entbindung finanzschwacher Kommunen von der Pflicht bei Förderprogrammen zwingend einen Eigenanteil aufzubringen (z.B. bei Städtebauprojekten).
  • Einrichtung eines Entschuldungsfonds für finanzschwache Kommunen, bei dem das Land den finanziellen Grundstock einbringt.


9. September 2011

SPD und Grüne brechen Wahlversprechen - DIE LINKE wird getadelt

Mit Wahlkampf-Plakaten von SPD und Grünen erinnerte die Fraktion DIE LINKE heute während der Landtags-Sondersitzung zum sogenannten Schulfrieden die Regierungsfraktionen an ihre vollmundigen Versprechen. Die Fraktionsvorsitzenden Bärbel Beuermann und Wolfgang Zimmermann hielten zudem ein großes Transparent mit der Aufschrift „Wahlbetrug!“ in Richtung der empörten Abgeordneten von SPD und Grünen. Landtagsvizepräsidentin Gödecke musste die Linksfraktion mehrfach zur Ordnung rufen.

„Längeres gemeinsames Lernen für alle Schülerinnen und Schüler“ hatte die SPD im Landtagswahlkampf auf Plakaten gefordert, mit der Parole „A, B, CDU und raus bist Du“ hatten die Grünen vor den bildungspolitischen Plänen der Christdemokraten gewarnt. Heute dagegen stimmten eben diese Fraktionen im Landtag in einer großen Koalition mit der CDU für die Bestandsgarantie des aussortierenden gegliederten Schulsystems. „Damit schafft die Regierung Arm in Arm mit der CDU schulpolitisches Chaos, stellt die Kommunen vor unlösbare Aufgaben und verwirrt die Eltern“, empörte sich Gunhild Böth, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. „Um jede Wendung zum Guten zu verhindern, wird der ganze Unsinn nun auch noch in die Verfassung von NRW geschrieben.“ DIE LINKE dagegen stehe nach wie vor zu ihren Forderungen nach einem längeren gemeinsamen Lernen.

Bärbel Beuermann stellte fest: „Die Regierung verweigert mit diesem Deal weiterhin das Recht auf einen Platz in der neuen Sekundarschule oder in der Gesamtschule.“ Nach wie vor müsse auch der Elternwille bei der Schulempfehlung nicht eingeholt werden und nach wie vor könnten Stadträte die Wünsche der Eltern beispielsweise nach einer Gesamtschule einfach ignorieren, so Beuermann. „Für diesen reaktionären Handel der Regierung und der CDU kann es nur ein Urteil geben: Wahlbetrug!“

6. September 2011

Ein fauler Schulkompromiss an den Eltern vorbei!

Die heute vorgestellte Schulgesetzänderung und die Verfassungsänderung von CDU, SPD und Grünen sind „bildungspolitischer Nonsens“ und „schaffen ein Schulchaos in NRW“, so Gunhild Böth, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE. Durch die Schaffung der neuen Schulform „Sekundarschule“ entstehe eine neue fünfte Schulform. Die geplante Verfassungsänderung zementiere das gegliederte Schulsystem.

„Das Recht der Kommunen, selbst zu entscheiden, welche Schulformen sie vor Ort anbieten, wird beschnitten“, kritisiert Böth. „Das neue Monstrum von CDU, SPD und Grünen provoziert Rechtsstreitigkeiten zwischen den Kommunen um Schulstandorte.“ SPD und Grüne brächen nun ihre Wahlversprechen, weil sie unbedingt mit der CDU einen sogenannten Konsens herstellen wollten. „Die Eltern werden wieder einmal betrogen, denn es gibt keinen Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Sekundarschule oder Gesamtschule. Der Elternwille, ihre Kinder gemeinsam bis zur zehnten Klasse lernen zu lassen, kann weiterhin von den Stadträten ignoriert werden“, sagte Böth. „Das ist einfach ein Skandal!“

DIE LINKE fordert stattdessen eine Schule für alle Kinder  und im ersten Schritt dahin einen Rechtsanspruch für Eltern und Kinder auf einen Gesamtschulplatz sowie eine Pflicht der Kommunen, dem Elternwillen nachzukommen und ausreichend Plätze zur Verfügung zu stellen.

1. September 2011

„Stärkungspakt Stadtfinanzen“ zerstört die kommunale Demokratie

Die von Innenminister Jäger vorgelegten Eckpunkte zum „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ zwingen in der ersten Stufe die 34 überschuldeten Kommunen zur Teilnahme, denen drastische Sparprogramme auferlegt werden. Bei Nichtbefolgen droht Jäger mit dem Einsatz eines Sparkommissars, der am Rat vorbei handeln kann. Özlem Demirel, kommunalpolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, hält dies für eine systematische Aushöhlung der Demokratie auf kommunaler Ebene: „Das sind keine Entschuldungshilfen. Das ist Zwangsbewirtschaftung und bedeutet die Abschaffung der Selbstverwaltung für die notleidenden Kommunen.“ Sie forderte die betroffenen Kommunen zu Protest und zivilem Ungehorsam auf.

Auch die Planungen für die zweite Stufe des sogenannten Stärkungspakts, an der rund 70 Gemeinden freiwillig teilnehmen können, stoßen auf heftige Kritik seitens der LINKEN. „Die dafür ab 2014 vorgesehenen 310 Millionen Euro kommen ausschließlich aus Mitteln, die den Kommunen ohnehin zustehen“, sagte Demirel. „Erst lässt die Landesregierung sich dafür feiern, dass sie die Gemeinden wieder zu vier Siebteln an der Grunderwerbssteuer beteiligt. Und dann hält sie die Mittel aus der Erhöhung der Grunderwerbssteuer zurück. Mit echten Entschuldungshilfen hat das nichts zu tun.“ Ohnehin sei das strukturelle Defizit der NRW-Kommunen von 2,5 Milliarden Euro in erster Linie nicht selbstverschuldet, sondern vor allem auf Pflichtaufgaben aufgrund von Bundes- und Landesentscheidungen zurückzuführen.

DIE LINKE diskutiert derzeit ein Modell, das die Übernahme dieser Schulden in einen Landesfonds vorsieht. Das Land soll dabei mit Bund und Gläubigern in Verhandlungen treten. Dazu sagte Özlem Demirel: „In diesem Land werden Unternehmen und Vermögende gering besteuert und Banken bezuschusst. Damit Konzerne, Banken und Reiche weiter Profite machen können, wird den Kommunen eine Kürzungspolitik vorgeschrieben. Eine solche Politik auf dem Rücken der Kommunen und der Bürgerinnen und Bürger ist mit der LINKEN nicht zu machen.“

30. August 2011

Einkommen gesunken – Banken gerettet!

Das Statistische Landesamt hat gestern bekanntgegeben, dass das Einkommen der Menschen in NRW im Jahr 2009 durchschnittlich um 561 Euro niedriger liegt als noch 2008. Für DIE LINKE im Landtag NRW zeigt dies, dass sich die Politik in diesem Land grundsätzlich ändern muss. „2009 sind milliardenschwere Rettungspakete für die Banken geschnürt worden, gleichzeitig hat DIE LINKE mit den Beschäftigten und den Erwerbslosen darum gekämpft, dass die Krise nicht auf deren Rücken abgewälzt wird“, erklärt dazu der Vorsitzende der Landtagsfraktion, Wolfgang Zimmermann. „Die Daten des Statistischen Landesamtes machen deutlich, dass dies notwendig und richtig war.“

Auch die in den Daten des Statistischen Bundesamtes dargestellte Entwicklung der Jahre 2004 bis 2009 zeigt einen Rückgang der Reallöhne. Das verfügbare Einkommen der Bürgerinnen und Bürger in NRW stieg zwischen 2004 und 2009 um gerade einmal 7,1 Prozent, während der Verbraucherpreisindex im gleichen Zeitraum um 8,6 Prozent gestiegen ist. „Das zeigt, dass trotz eines zwischenzeitlichen sogenannten Booms die Bürgerinnen und Bürger in NRW nicht von ihrer Arbeitsleistung profitieren“, sagte Zimmermann. „Stattdessen wird den Besitzern von Kapital und den Banken das Geld noch hinterhergeschmissen.“

Die Unternehmenssteuerreform von 2008 hat die Steuerlast für Kapitalgesellschaften von 38,6 Prozent auf 29,8 Prozent gesenkt, Kapitaleinkünfte werden seitdem nicht mehr nach den Einkommenssteuersätzen, sondern pauschal mit 25 Prozent besteuert. Zusammen mit den Bankenrettungsschirmen ist somit 2009 ein Vielfaches der Einkommensverluste der Bürgerinnen und Bürger in NRW an die Banken und Reichen verteilt worden. „Wir brauchen ein Ende dieser Politik und endlich eine radikale Umverteilung von oben nach unten“, forderte Zimmermann, „von Kapital- zu Lohneinkommen.“

1. Juli 2011

DIE LINKE. NRW auf dem UZ Pressefest 2011

Dieter Keller, Gabi Lenkenhoff und Katharina Schwabedissen von der Partei DIE LINKE  bedankten sich in der UZ mit diesem Artikel:

Wieso DIE LINKE  bei der DKP? Haben die denn keine eigenen Probleme? Unser Problem war an diesem Wochenende - wo kriegen wir genügend Platz und Bänke für all die Menschen her, die unsere Diskussionen in unserem Zelt besuchen wollten!

Es war (mal wieder) ein tolles Fest und wir waren mittendrin.

Wir danken der DKP, dass wir dabei und mittendrin sein durften und haben uns fest vorgenommen, 2013 wieder dabei zu sein.

Es war wahrlich ein Fest der Solidarität – und die war an jedem Tag, an jeder Ecke sichtbar, spürbar und erlebbar. Wir haben als Bündnispartner unsere Politik und unsere Vorschläge für die Überwindung dieser gesellschaftlichen Ordnung dargestellt und haben dafür sehr viel Zustimmung und Übereinstimmung erfahren.

Ob unsere alternativen Vorschläge gegen das Rentenalter mit 67, ob am frühen Samstagmorgen der Bericht über die Wahl in der Türkei und auch die arabischen Revolutionen, der analytische Bericht über den Krieg in Libyen, ob die Diskussion über die Solidarität mit den ALBA-Staaten und die aktuelle Flüchtlingssituation - ebenso das Kabarett mit den „Taubenvergiftern“ und kubanische Musik direkt im Anschluss an das Konzert von „Inti Illimani“ auf der Bühne 1 - immer war Betrieb im Zelt und großes Interesse an unserem Programm mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten, ebenso wie an den vielfältigen Informationen, die zusätzlich von den Fraktionen, von der „Kommunistischen Plattform“ in der Partei DIE LINKE, von der Arbeitsgemeinschaft gegen Atomkraft und von der Ratsfraktion in Dortmund und dem Kreisverband Dortmund sowie der Rosa Luxemburg Stiftung angeboten wurden.

Aber auch die AG „Cuba si“ lockte nicht nur mit karibischen Getränken (immer sehr gerne genommen), sondern konnte auch einiges über den Aufbau und die teilweise schwierige Situation auf Kuba darstellen.

Natürlich haben wir auch viele der andernorts angebotenen Info- und Kulturveranstaltungen als durchgehendes Erlebnis und Anreiz für die weitere Arbeit genossen und aufgenommen.

Die positiven Reaktionen, die uns vielfältig wiedergegeben wurden, haben uns gut getan und uns in unserem Beschluss bestärkt, dass es richtig war, unseren Beitrag zum größten Fest der Linken in der BRD zu leisten.

Wir gratulieren der DKP und allen Organisatoren des Pressefestes zu IHREM Fest. Und bei allen auch schwierigen und teilweise harten Diskussionen haben auch wir, so wie ihr auch, viel Kraft für die weitere und vielfach gemeinsame Arbeit vom UZ-Pressefest mit nach Hause genommen.

Ganz klar ist aber die Erkenntnis: Wer gemeinsam den Kapitalismus überwinden will, muss auch gemeinsam feiern können.

(UZ 01.07.2011)

17. Juni 2011

Links wirkt - Ein Jahr Fraktion DIE LINKE im Landtag von NRW

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Wählerinnen und Wähler,

seit einem Jahr gibt es die Fraktion DIE LINKE im Landtag von Nordrhein-Westfalen. Wir sind bei den Wahlen angetreten, um einen grundlegenden Politikwechsel hin zu sozialer Gerechtigkeit, mehr Demokratie und Frieden zu verwirklichen. Unserer Fraktion kommt dabei eine besondere Rolle zu, weil wir unter einer Minderheitsregierung daran arbeiten, diesen Politikwechsel aus der Opposition heraus voranzutreiben. Anders als alle anderen Parteien im Landtag sind wir der Meinung, dass es nicht ausreicht, im Parlament die richtigen Anträge und die besten Gesetzentwürfe einzubringen. In unserem ersten Jahr im Landtag hat sich wiederholt gezeigt, dass sich ohne politischen Druck von den Betroffenen nichts verbessert.

Neben den von den Medien gezeigten „großen“ Prozessen und Ereignissen, wie zum Beispiel den Auseinandersetzungen um die Landeshaushalte oder der Abschaffung der Studiengebühren, gibt es viele weitere Bereiche, in denen sich unsere Abgeordneten, unsere Referentinnen und Referenten und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dafür einsetzen, die Arbeits- und Lebensbedingungen für die Menschen in NRW zu verbessern. Diese Themenfelder haben oft großen Einfluss auf das Leben der Menschen in Nordrhein-Westfalen, tauchen aber in den bürgerlichen Medien noch viel zu selten auf. Da sind etwa unsere Kampagne für ein landesweites Sozialticket, unsere Forderungen in der Frauenpolitik oder unsere erfolgreiche Initiative gegen die Leiharbeit im Universitätsklinikum Essen.

In Zahlen lässt sich ein Jahr Fraktion DIE LINKE nur schwer darstellen. Die 195 Anträge, die wir bisher gestellt haben, unsere neun Gesetzentwürfe, die zwei Großen und 105 Kleinen Anfragen können kaum wiedergeben, was die gesamte Fraktion in einem Jahr geleistet hat – und welche unserer Initiativen an den bestehenden Machtverhältnissen scheitern mussten.

Mit der vorliegenden Broschüre [PDF] wollen wir nach einem Jahr im Landtag NRW eine erste Bilanz ziehen und einige der Punkte, zu denen wir arbeiten, darstellen. Wir hoffen, die in uns gesetzten großen Erwartungen zumindest überwiegend zu erfüllen. Wir als Fraktion DIE LINKE können nach einem Jahr im Landtag jedenfalls feststellen: Links wirkt!


Bärbel Beuermann   
Fraktionsvorsitzende

Fraktionsvorsitzender
Wolfgang Zimmermann

23. März 2011

DIE LINKE: „Konzernherren nach Fukushima!“

„Unseren Antrag, die Atomkraftwerke sofort abzuschalten, haben nicht nur erwartungsgemäß CDU und FDP, sondern auch SPD und Grüne glatt abgelehnt“, erklärte Michael Aggelidis, wirtschafts- und energiepolitischer Sprecher der LINKEN gestern am Rande der Plenarsitzung des Düsseldorfer Landtags zu den Konsequenzen der Katastrophe in Japan.

„Die CDU hat mit ihrem eigenen Antrag gezeigt, dass sie aus Fukushima nichts gelernt hat“, fügte Michael Aggelidis hinzu. „Die SPD, aber auch die Grünen wollen nur die Rücknahme der Laufzeitverlängerung. Obwohl viele immer noch denken, die Grünen seien eine Anti-Atom-Partei, sind wir LINKEN in Wirklichkeit die einzige Partei, die zusammen mit der Anti-AKW-Bewegung den sofortigen und endgültigen Ausstieg aus der Atomenergie fordert.“

In der Plenardebatte hatte Michael Aggelidis sich vor den Freiwilligen „verneigt, die in Fukushima ihr Leben dahingeben oder zumindest aufs Spiel setzen, nicht nur für ihre Landsleute, sondern für uns alle“. Er vermisse unter diesen freiwilligen Helfern allerdings die „Herren der Energiekonzerne wie Tepco und ihre deutschen Mittäter wie RWE und Eon, die die Risiken der Atomenergie über Jahrzehnte hinweg kleingeredet haben. Warum nehmen diese Herren nicht ihren Platz unter den freiwilligen Helfern ein?“

21. März 2011

Nein zum Krieg – Ja zu Demokratiebewegungen!

Für die Menschen in Libyen ist militärisches Eingreifen keine Lösung. Demokratie und soziale Gerechtigkeit für die Bevölkerung sind offenbar nicht die Ziele der Regierungen, die sich nun die Menschenrechte auf die Fahnen schreiben. Wer die Menschen wirklich schützen will soll sich für Verhandlungen einsetzen und nicht für Flugverbotszonen.

Wir fordern die Bundesregierung auf, diesen Krieg in keiner Form zu unterstützen, auch nicht mit der Entsendung von AWACS-Flugzeugen.                       

Um die Gewalt zu beenden wäre folgendes zu tun:                               

  • Eine andere Politik gegenüber den Flüchtlingen, dazu gehört insbesondere die Auflösung von FRONTEX                        
  • Dauerhafter Stopp der Waffenexporte für die gesamte Region. Deutschland hat allein im Jahr 2009 Waffen im Wert von 53,2 Millionen Euro an Libyen verkauft. Noch im Januar 2011 haben alle Parteien im Bundestag außer der LINKEN Waffenlieferungen nach Libyen zugestimmt.
  • Ein Erdöl-Boykott als ein wirksames Mittel in der Auseinandersetzung mit dem Gaddafi-Regime.

Das Vorgehen der UNO erinnert ebenso wie das der NATO an den Kosovo- und den Afghanistan-Krieg. Auch hier unternahm die NATO parteinehmende Interventionen in bereits bestehende Bürgerkriegssituationen. Opfer werden nicht zuerst Gaddafi und seine Getreuen sein, sondern die libysche Zivilbevölkerung.

DIE LINKE. NRW ist solidarisch mit den demokratischen Bewegungen in der nordafrikanischen und arabischen Region.

Wie zuvor in Tunesien und Ägypten bildete sich auch in Libyen eine Bewegung gegen das diktatorische Regime. Anders aber als in Tunesien und Ägypten gab es von Anfang an ein Interesse seitens der Herrschenden in den EU- und NATO-Ländern, in Libyen einzugreifen, das Gaddafi-Regime zu stürzen und selbst die Kontrolle über das wegen seiner Ölreserven begehrte Libyen zu erlangen.

In Libyen ist aus dem Aufstand inzwischen ein Bürgerkrieg geworden, in der sich Gaddafis Armee und bewaffnete Rebellen gegenüberstehen.

Wir sagen NEIN zum Krieg und NEIN zur Diktatur. Weder die scheinheiligen Regierungen in Europa und den USA noch Diktator Gaddafi werden von uns unterstützt.

21. März 2011

DIE LINKE ehrt Jupp Angenfort im Landtag von NRW

Die Landtagsfraktion DIE LINKE wird heute ihrem Sitzungssaal einen Namen geben. Er wird nach dem Widerstandskämpfer und Antifaschisten Jupp Angenfort (KPD Abgeordneter im NRW Landtag) benannt. Katharina Schwabedissen, Landessprecherin DIE LINKE. NRW erkärt dazu: "Es ist gut, dass der lebenslange Widerstand von Jupp Angenfort im Landtag von NRW endlich geehrt wird. Jupp war 1951 der jüngste Abgeordnete im Düsseldorfer Landtag."

Trotz seiner Immunität als Landtagsabgeordneter wurde Angenfort von einer Spezialeinsatzgruppe des Bundeskriminalamtes festgenommen und wegen angeblichen Hochverrats angeklagt. Obwohl die Inhaftierung selbst gegen die geltenden Gesetze verstieß, rettete ihn dies nicht vor einer Verurteilung
wegen „Vorbereitung eines hochverräterischen Unternehmens, Geheimbündelei und Zugehörigkeit als Rädelsführer zu einer verfassungsfeindlichen Vereinigung“ zu insgesamt fünf Jahren Haft.
Kurz nach seiner Entlassung wurde Angenfort wegen Verstoßes gegen das KPD-Verbot wieder verhaftet, jedoch gelang ihm die Flucht. Er rettete sich in die DDR und kam erst 1968 nach Gründung der Deutschen Kommunistischen Partei (DKP) zurück nach Düsseldorf, deren Mitglied er bis zu seinem Tod im März 2010 blieb. Bis zu seinem Lebensende engagierte er sich außerdem in der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschisten (VVN/BdA-NRW) und der Friedensbewegung.

Jupp Angenfort kämpfte Zeit seines Lebens gegen den Faschismus, für den Frieden und eine bessere Welt. Er starb 2010 im Alter von 86 Jahren in seiner Geburtsstadt in Düsseldorf. Wenn einer wie Jupp stirbt, dann reißt das eine Lücke, die nicht geschlossen werden kann. Was wir aber tun können, ist weiter zu kämpfen für das, was Jupp sein Leben lang verfolgt hat: Eine gerechte und friedliche Welt!"

Siehe auch: Wikipedia!

Artikel dazu in der jungen welt Ausgabe vom 25.03.2011! (Interview mit Bärbel Beuermann.)

Flyer hier!

7. März 2011

Neuwahlen sind keine Drohmittel, Frau Kraft und Herr Wittke!

Zur Debatte um mögliche Neuwahlen in NRW erklärt Katharina Schwabedissen, Landessprecherin DIE LINKE. NRW:

"Nach dem Wahlerfolg von Olaf Scholz in Hamburg wittert die SPD offenbar wieder Unterstützung bei den WählerInnen. Sie sollte sich die absoluten Zahlen von Wahlbeteiligung und SPD-Ergebnissen in Hamburg gut anschauen. Wenn Frau Kraft wieder volle Fahrt in den Spuren des Hartz-IV-Architekten und Schröder-Vasallen Olaf Scholz fahren will, dann nur zu. Die LINKE wird die neue Welle der von der SPD Enttäuschten mit offenen Armen aufnehmen. Die Wählerinnen und Wähler in NRW haben vor 10 Monaten ein Parlament gewählt und sie haben CDU und FDP nach fünf Jahren Regierung abgewählt. SPD und Grüne haben nur mit der LINKEN eine politische Mehrheit. Die Menschen in NRW haben Inhalte gewählt und keine Düsseldorfer Puppenkiste, die Machtspiele inszeniert.“

Hubertus  Zdebel, Landessprecher DIE LINKE. NRW ergänzt: "Neuwahlen machen dann Sinn, wenn die Regierung am Ende ist. Wenn die SPD dieser Meinung ist, dann sollte sie das sagen und nicht der Opposition vorwerfen, dass sie Opposition macht. Die Menschen in NRW haben ein starkes Parlament und eine schwache Regierung gewählt. Sie wollten keine ‚Basta Regierung’ aus zwei Parteien, sondern eine Konstellation, die eine gerechte Umverteilung für die Mehrheit der Menschen auf den Weg bringt! Davon ist NRW weiterhin weit entfernt. SPD und CDU „drohen“ sich seit Wochen gegenseitig mit Wahlen zu. Das ist absurd! Für die desaströse Haushaltslage in NRW tragen CDU und SPD die Verantwortung. Sie haben – im Bund sogar gemeinsam - in den letzten Jahrzehnten die Steuern zugunsten der Konzerne und der Vermögenden gesenkt. Nach wie vor verweigern sich alle beteiligten Parteien der Aufklärung des Milliarden teuren WestLB-Skandals.

SPD und Grüne müssen sich entscheiden, ob sie mit der LINKEN in NRW für die Mehrheit der Menschen Politik machen wollen oder sich weiterhin von CDU und FDP mit Sprachhülsen aus den Zeiten des kalten Krieges erpressen lassen. Wir erwarten von SPD und Grünen, dass sie beginnen, ihre Regierungsverantwortung ernst zu nehmen."

23. Februar 2011

Ein Frühling, der den Widerstand zum Blühen bringt!

10 Euro Mindestlohn! Gleicher Lohn für gleiche Arbeit! Leiharbeit verbieten! Eine Anfrage der LINKEN bei der Bundesregierung zeigt, dass in NRW 19,8 Prozent der Vollzeitbeschäftigten lediglich einen Niedriglohn erhalten. Das sind allein in NRW 846.525 aller Vollzeitbeschäftigten.

Der Anteil der Leiharbeitsplätze an allen offenen Stellen liegt im Januar 2011 bei 35,1 Prozent. Der mittlere Lohn (Medianentgelt) eines Vollzeitbeschäftigten in  NRW liegt auf alle Branchen betrachtet bei 2510 Euro pro Monat. Bei den Menschen, die in Leiharbeit arbeiten müssen, liegt er bei 1476 Euro.

In Anbetracht dieser Zahlen stellt die Landessprecherin der LINKEN. NRW fest: „Die Ausbreitung von Niedriglöhnen muss endlich gestoppt werden. Ein flächendeckender, gesetzlicher  Mindestlohn von 10 Euro pro Stunde, wie ihn die LINKE fordert, würde die Löhne von rund sieben Millionen Menschen anheben.  Er ist längst überfällig. Spätestens ab dem 1. Mai 2011 ist ein gesetzlicher Mindestlohn unumgänglich. Ab diesem Zeitpunkt fallen die Schutzregelungen im Rahmen der europäischen Arbeitnehmer- und Dienstleistungsfreizügigkeit fast vollständig weg. Es muss verhindert werden, dass Unternehmen dies für Lohndumping zu Lasten der Beschäftigten ausnutzen können. Die Bundesregierung bleibt untätig. Der Druck muss erhöht werden, damit sie ihren Lobbyismus für die Arbeitgeber beendet.

Die ungleiche Behandlung von regulär Beschäftigten auf der einen und Leiharbeitskräften auf der anderen Seite muss in einem ersten Schritt umgehend gesetzlich verboten werden. Die LINKE fordert, das Prinzip „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ab dem ersten Arbeitstag per Gesetz festzuschreiben, wie es die EU Norm vorsieht. Leiharbeit muss zunächst strikt begrenzt und die Entstehung regulärer Arbeitsplätze gefördert werden. In Frankreich – wo keineswegs Sozialismus herrscht – gibt es nicht nur Mindestlöhne. Dort bekommen LeiharbeiterInnen zum gleichen Lohn auch eine „Flexibilitätszulage“. Grundsätzlich fordert DIE LINKE. NRW ein Verbot der Leiharbeit. Menschen verleiht man nicht!“

Ein flächendeckender, gesetzlicher Mindestlohn und die Forderungen der LINKEN im Bereich der Leiharbeit ermöglichen nicht nur, dass die Menschen von ihrer Arbeit endlich leben können. Auch die öffentlichen Haushalte würden entlastet. In beiden Fällen gilt, dass die öffentlichen Haushalte in vielen Fällen zahlen, was die Unternehmen den Arbeitenden verwehren: In NRW bekommen 137.707 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Hartz IV-Leistungen, weil der Lohn nicht zum Leben reicht. Hierfür wurden allein im Juni 2010 insgesamt 33.237.681 Euro in NRW ausgegeben. 13,3 Prozent der Leiharbeitsbeschäftigten erhalten zusätzlich zu ihrem Lohn Hartz IV-Leistungen. Das waren im Juni 2010 für ganz NRW 3.742.236 Euro.

Katharina Schwabedissen macht klar: „Das sind staatliche Subventionen für die Lohnverweigerung der Konzerne. Die Arbeitenden zahlen doppelt drauf: öffentliche Leistungen werden ständig teurer, schlechter oder ganz gestrichen. Real finanziert der Staat mit diesem heimlichen Kombilohn die Vermögensanwüchse der Reichen und Superreichen!

Die LINKE. NRW unterstützt den Aktionstag der Gewerkschaften für sichere und faire Arbeit am 24. Februar. Dem heißen Herbst muss nun ein Frühling folgen, der den Widerstand zum Blühen bringt!“

10. Februar 2011

Unkonventionelle Erdgasvorkommen: Grundwasser schützen – Sorgen der Bürger ernst nehmen – Bergrecht ändern

Rede im Landtag von HAMIDE AKBAYIR zum Antrag der CDU

Der vorliegende Antrag der CDU fordert einen Energiemix, um die Energieversorgung in NRW sicher zu stellen und die Importabhängigkeit zu senken. Er wendet sich gegen die unkonventionelle Gasförderung.Das ist durchaus auch in unserem Sinne. Und doch unterscheidet sich unsere Auffassung erheblich von derjenigen der CDU. Darum bringen wir LINKEN einen eigenen Antrag ein.Brückentechnologien auf dem Weg zur Umstellung auf hundert Prozent erneuerbare Energien sind weder Atomkraftwerke, noch neue Kohlekraftwerke und noch weniger die Braunkohleförderung. Den Ausbau der Energieversorgung mit einer dezentralen, auf Gas basierenden  Kraft-Wärme-Kopplung sehen wir hingegen für eine Übergangsphase als verantwortbar an.Das dazu benötigte Gas importiert Deutschland  zurzeit zu 31 Prozent aus Norwegen, zu 43 Prozent aus Russland und Zentralasien und zu 22 Prozent aus den Niederlanden. Vor allem in Bezug auf Russland haben wir große Sorgen sowohl in Hinblick auf die Umwelt schonende Verfahren wie auch in Hinlick auf die Arbeitsbedingungen.Um aber aus der Abhängigkeit anderer Länder herauszukommen und den Klimawandel zu begrenzen, setzt DIE LINKE auf eine Energiepolitik die auf folgenden drei Pfeilern steht:Energieeinsparung, Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Unkonventionelle Gasförderung wollen und brauchen wir dazu nicht.Denn dafür müssen giftige Chemikalien eingesetzt, viel zu viel  Wasser verbraucht und viel zu viel Fläche vernutzt werden.Außerdem bringt das Verfahren – Fracking genannt – erhebliche Risiken mit sich. Das ist hier ja schon mehrfach erwähnt worden und auch aus der Presse hinlänglich bekannt. In Niedersachsen ist erst vor einigen Wochen öffentlich gemacht geworden, dass dort durch ein Rohrleitungsleck giftiges Quecksilber und krebserregendes Benzol ins Erdreich und ins Grundwasser gelangt ist. Ich glaube nicht, dass die in Frage stehende Methode wirtschaftlich sinnvoll ist. Ökologisch verantwortlich ist sie jedenfalls nicht! Es gibt viele Unwägbarkeiten. Es besteht die Gefahr der Kontamination des Untergrundes und des Grundwassers. Die Entsorgung  des zurückgespülten Wassers ist bisher noch nicht geklärt, und vieles mehr.Dieses Verfahren ist mit so viel Risiken behaftet, dass es von uns komplett abgelehnt wird. Wir setzen auf eine andere Energiepolitik und können uns da sogar auf die Bundesregierung stützen. Sie hat einen Sachverständigenrat für Umweltfragen eingesetzt, der eine Energiepolitik der Zukunft entwickelt hat. Dieser Rat ist ein von der Bundesregierung berufenes Professorengremium und bestimmt nicht im Verdacht, besonders links zu sein.Nach Auffassung dieses Rates ist es möglich, völlig auf Atomkraftwerke und neue Kohlekraftwerke zu verzichten und die Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Energien bis 2030 zu ermöglichen. Das ist genau unsere Meinung. Der Rat zeigt, wie eine umweltschonende, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung sichergestellt wird. Damit verbunden ist das Ziel, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um bis zu 95 Prozent zu senken und den Anteil an erneuerbaren Energien auf 60 Prozent zu erhöhen.Dieser Umweltrat dringt sogar auf eine völlige Umstellung auf erneuerbare Energieversorgung. Um das zu erreichen, ist es nach Meinung des Umweltrates erforderlich, die Förderung nach dem Erneuerbaren Energie-Gesetz von heute 13,5 Milliarden Euro auf 20 Milliarden Euro zu erhöhen. Damit sollen gefördert werden:Windparks, Recycling und diverse Nutzung von Abfällen, die Erzeugung von Biogas aus Reststoffen wie Gülle und Stroh und neue Methoden der Energiespeicherung und Ähnliches.Das ist auch die Position der LINKEN zu einer zukunftsfähigen Energiepolitik. Diese Möglichkeiten der Energieerzeugung zeigen uns, dass eine so risikoreiche Erdgasförderung überhaupt nicht notwendig ist.  Und Probebohrungen brauchen wir daher auch nicht.

10. Februar 2011

Vermeintlicher Biosprit E10 schadet Mensch und Umwelt

Jetzt, da "Super E10" an den Zapfsäulen angekommen ist, nehmen viele erst wahr, dass ein neuer Kraftstoff mit höherer Beimischung von Ethanol eingeführt worden ist. Viele AutofahrerInnen sind verunsichert, ob der Kraftstoff ihrem Fahrzeug schadet. Umweltorganisationen bezweifeln ohnehin, dass die Beimischung von Kraftstoffethanol tatsächlich ein Fortschritt für die Umwelt ist. Das Münchener Umweltinstitut ruft gar zum Boykott des E10-Benzins auf.

Die Beimischung des landwirtschaftlichen Ethanols erfolgt aufgrund einer EU-Richtlinie von 2009, die seit Februar 2011 in Deutschland umgesetzt wird. Durch den Agrosprit soll angeblich der Umwelt geholfen und die Abhängigkeit von Kraftstoffimporten verringert werden. Tatsächlich müsste nach Berechnungen des Londoner Instituts für europäische Umweltpolitik (IEEP) weltweit fast 70000 Quadratkilometer landwirtschaftliche Flächen für den Anbau der Pflanzen für den Kraftstoff kultiviert werden - das entspräche beispielsweise der gesamten Fläche der Republik Irland. Laut der Londoner Studie würde schon der CO2-Ausstoß dazu die erhofften CO2-Einsparungen weit übertreffen.

Dabei konkurrieren die Anbauflächen für Agrosprit mit dem Anbau von Nahrungsmitteln. "Die Ackerflächen auf der Erde sind schlicht zu klein, um gleichzeitig die Welternährung sicherzustellen und unsere Mobilität zu ermöglichen. So verdammt Agrosprit Millionen Menschen zu Hunger und Mangelernährung," erklärt das Münchener Umweltinstitut. Zugleich findet die Landwirtschaft zur Kraftstoffproduktion mit großem Einsatz an Düngemitteln und Pestiziden statt, der beispielsweise in den USA bereits jetzt nach Aussagen von Greenpeace über Mississippi und Missouri zu immer größeren "Dead Zones" im Golf von Mexiko führt.

Mit der erzwungenen Beimischung von Kraftstoffethanol werden vor allem Interessen der industriellen Landwirtschaft befriedigt, die bekanntlich in den USA, aber auch im Bundesland des Bundesverkehrsministers Peter Ramsauer (CSU) einflussreich ist. Schon jetzt verdrängt - angereizt durch diverse Fördermaßnahmen - Anbau für Agrosprit in Bayern spürbar die Landwirtschaft für den Lebensmittelbereich.

Aber auch für die Automobilindustrie hält die EU-Richtlinie ein Geschenk bereit. Lediglich bis 2013 sollen die Anbieter demnach verpflichtet werden, weiter auch den bisherigen Kraftstoff mit derzeit 5 Prozent Ethanolbeimischung ("E5") anzubieten. (Längere Regelungen sind jedoch möglich.) Zwar vertragen die meisten PKW angeblich den E10-Kraftstoff, aber es gibt eben auch eine ganze Reihe Ausnahmen, beispielsweise bei Volkswagen auch Fahrzeuge des Baujahrs 2006, für die dann vielleicht schon nach acht Jahren nicht mehr geeigneter Kraftstoff verfügbar wäre. Eigentlich unnötige Fahrzeugneuanschaffungen wären die Folge.

"Steigende Ethanolmengen im Benzin sind keine sinnvolle Klima- oder Umwelschutzmaßnahme. Sie reduzieren auch nicht unsere Importabhängigkeit und verschleiern nur den Blick auf die richtigen klimarelevanten Maßnahmen", kritisiert Greenpeace. Dass diverse Tankstellen zur Markteinführung herkömmlichen Kraftstoff als E10 verkauften, ist dabei nur eine Episode am Rande.

Tatsächlich lenkt E10 von wichtigeren Maßnahmen - Einsparung des Kraftstoffverbrauchs und Reduzierung des Individualverkehrs - ab. DIE LINKE fordert entschiedene Maßnahmen zur Förderung der öffentlichen Verkehrsmittel, dazu gehört auch die flächendeckende Einführung von preiswerten Sozialtickets.

Darius Dunker

7. Februar 2011

Studiengebühren jetzt endlich abschaffen! Wahlversprechen einlösen!

Drei Parteien sitzen im Landtag von NRW, die vor den Wahlen versprochen haben, die Studiengebühren in NRW abzuschaffen: DIE LINKE, SPD und Grüne. Gemeinsam haben die drei Parteien eine Mehrheit im Landtag von NRW. Einer Abschaffung der Studiengebühren steht damit seit Juli 2010 nichts im Wege. Doch weiterhin müssen Studierende in NRW Semester für Semester 500,- Euro zahlen.

SPD und Grüne haben nun einen Gesetzentwurf vorgelegt, der die Abschaffung der Studiengebühren zum Wintersemester 2011 vorsieht. Eine angemessene Kompensationszahlung ist bisher nicht vorgesehen. Damit bricht die Landesregierung nicht nur ihr Versprechen, die Studiengebühren umgehend abzuschaffen. Sie straft auch ihren Aussagen, dass „Kein Kind zurückgelassen werden darf“ und es einen umfassenden Ausbau der Bildungsangebote geben soll, Lügen.

Der Streit um die Abschaffung der Studiengebühren wird von SPD und Grünen seit Wochen nicht mehr mit Blick auf die Studierenden und die Frage nach den Notwendigkeiten für die Hochschulen geführt. Stattdessen hat die Minderheitsregierung offenbar beschlossen, in einen Machtkampf mit der Fraktion DIE LINKE einzutreten. Da es an Argumenten fehlt, die begründen könnten, warum die Studiengebühren – wie in Hessen – nicht endlich abgeschafft werden, bedient sie sich nun eines Instrumentes, das ihr nicht einmal zur Verfügung steht: der Androhung von Neuwahlen.

DIE LINKE. NRW fürchtet Neuwahlen nicht. Wir sind sicher, dass die Menschen in NRW sich längst nicht mehr von den billigen Taschenspielertricks von SPD, Grünen, CDU und FDP beeindrucken lassen. Die fortwährende Androhung von Neuwahlen (Nachtragshaushalt 2010, Studiengebühren, Haushalt 2011) schaden vor allem der Demokratie und der Glaubwürdigkeit von Parteien im parlamentarischen System. Das Ergebnis von Neuwahlen wäre vielleicht eine Mehrheit für SPD und Grüne. Der Preis allerdings wäre, dass noch weniger Menschen als vor einem Jahr ihre Stimme abgeben würden. Hannelore Kraft spielt mit dem Feuer, wenn sie glaubt, dass Neuwahlen ein Drohmitteln sein können. Neuwahlen stehen dann an, wenn die Regierung am Ende steht. Ob das in NRW der Fall ist, lässt sich zur Zeit nicht absehen. Falls es so ist, stellt sich die Frage, warum die Menschen erneut eine Regierung wählen sollten, die von sich sagt, dass sie am Ende ist.

Es liegt an der Minderheitsregierung, ihr Versprechen eines Politikwechsels endlich einzulösen, statt unreflektiert an die Politik der Jahre vor 2005 anzuknüpfen und die alten Fehler erneut zu machen. Das „Regierungsproblem“ in NRW liegt nicht an mangelnden Mehrheiten im Landtag, sondern an der Verweigerung von SPD und Grünen, einen Politikwechsel in NRW einzuleiten. DIE LINKE hat einen klaren WählerInnenauftrag: sie hat 5,6% der Stimmen, die SPD und Grünen für eine „Basta – Mehrheit“ fehlen. Die alten Blockmehrheiten sind damit Vergangenheit. Es muss nicht nur einen Politikwechsel, sondern auch einen Wechsel in der parlamentarischen Arbeit geben.  Die Menschen in NRW haben ein starkes Parlament und eine schwache Regierung gewählt. Offenbar verstehen die Menschen in NRW sehr gut, warum die Politik der letzten 10 Jahre gegen die Mehrheit der Menschen gerichtet war: Sie wurden stets von einer kleinen Minderheit regiert, die aber im Parlament klare Mehrheit war. Mit dem Modell NRW sind der parlamentarische Raum und die gesellschaftlichen Verhältnisse näher aneinander gerückt. Und das ist gut so, auch wenn SPD und Grüne es anstrengend finden mögen.

DIE LINKE bleibt die mahnende Stimme, die SPD und Grüne an das erinnert, was sie den Menschen vor den Wahlen versprochen haben. DIE LINKE zeigt gleichzeitig Wege zu einem Politikwechsel auf, die bisher von SPD und Grünen nicht gegangen werden. Die Abschaffung der Studiengebühren ist eine Möglichkeit, der Minderheitsregierung die Angst zu nehmen, neue Wege zu beschreiten, statt Drohungen auszustoßen, für die SPD und Grüne derzeit ebenfalls keine Mehrheiten haben.

DIE LINKE lässt sich nicht drohen. Wir sind mit einem klaren Programm in den Landtagswahlkampf gegangen und wurden dafür gewählt. DIE LINKE wurde nicht gewählt, um den Farben oliv und rosa ein helles pink an die Seite zu stellen. DIE LINKE wurde gewählt, um SPD und Grüne daran zu erinnern, dass ihre Farben einmal rot und grün waren. Vor allem aber wurden wir gewählt, damit im Landtag wenigstens eine Fraktion die Interessen der Mehrheit der Menschen in NRW vertritt. Wir werden weder das erste noch das zweite aufgeben!

Die Fraktion DIE LINKE im Landtag NRW hat einen Änderungsantrag zum Gesetzentwurf von SPD und Grünen vorgelegt, der die Abschaffung der Studiengebühren zum Sommersemester 2011 und umfassende Kompensationszahlungen an die Hochschulen möglich macht. SPD und Grüne haben diese Änderungsanträge bisher ignoriert. Der Gesetzentwurf von SPD und Grünen sieht auch nach einer Bearbeitung weiterhin vor, die Studiengebühren – ohne erkennbaren Grund - erst zum Wintersemester abzuschaffen. Eine ausreichende Finanzierung der Hochschulen ist im vorliegenden Gesetzentwurf nicht erkennbar. Wir fordern SPD und Grüne auf, sich diesen Änderungsanträgen anzuschließen und damit einen Gesetzentwurf vorzulegen, der eine Mehrheit im Landtag von NRW hat und mit dem SPD und ihre Wahlversprechen zwar spät aber immerhin einhalten würden: durch schlichte Zustimmung zu den eigenen Forderungen, die vor einem Jahr an allen Laternen in NRW den Wahlberechtigten versprachen: Einsatz für ein NRW mit besserer Bildung für alle! Freude auf ein NRW ohne Studiengebühren! Zukunft ist jetzt!

DIE LINKE. NRW fordert die Landesregierung auf, ihren Regierungsauftrag nach nun mehr als einem halben Jahr ernst zu nehmen und eine Politik zu machen, die im Landtag von NRW Mehrheiten findet. Eine Einladung auszusprechen und dann einen Kuchen zu backen, der niemandem schmeckt, ist dafür nicht geeignet. Das gilt für die Studiengebühren ebenso, wie für den Haushalt 2011. DIE LINKE ist bereit, die Minderheitsregierung auch weiterhin zu stützen, wenn sie ihre Wahlversprechen einhält. Drohungen imponieren uns nicht. Uns imponiert solide Realpolitik im Sinne der Mehrheit der Menschen. Damit SPD und Grüne nicht vergessen, warum sei gewählt wurden, reicht es nicht, wenn wir sie erinnern. Dazu braucht es vor allem Druck von außen: Druck von Studierenden und Lehrenden. Druck der Menschen, die den Slogan „Bildung für alle“ auch nach den Wahlen weiterverfolgen.

Zur Unterstützung der Willens- und Meinungsbildung empfehlen wir SPD und Grünen, sich in einer ruhigen Minute ihre Anträge aus der Oppositionszeit zwischen 2005 und 2010 anzuschauen. Da finden sich bereits ausformulierte Vorschläge für eine andere Politik. Die Regierung war nur damals eine andere...

Zu den Anträgen der LINKSFRAKTION im Landtag NRW...

Zur PE "Dreiste Falschmeldung" von Gunhild Böth...

3. Februar 2011

Das Ausmaß der Arbeitslosigkeit ist kein Problem von Jahreszeiten

Auch die aktuellen Arbeitsmarktzahlen für NRW werden in bekannter Manier schöngeredet. Trotz 777.135 offiziell registrierter Arbeitslosen und eines Anstiegs von 46.146 Arbeitslosen im Januar 2011 im Verhältnis zum Vormonat will die Chefin der NRW-Regionaldirektion, Christiane Schönefeld, einen „positiven Trend“ erkennen.

„Demgegüber liegt die wahre Zahl der Arbeitslosen in NRW mit 990.538 Personen knapp unterhalb der 1 Mio.-Grenze und hat damit weiterhin dramatische Ausmaße,“ erklärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher der DIE LINKE.NRW, Jürgen Aust. „Die offizielle Statistik hat mit Einführung von Hartz IV das wahre Ausmaß der Arbeitslosigkeit durch statistische Tricks soweit 'verschlankt', dass nur noch ca. 70% der von Erwerbslosigkeit betroffenen Menschen registriert werden. In NRW werden im Monat Januar 2011 ca. 213.000 Menschen aus der offiziellen Statistik gewissermaßen entsorgt, damit das gesellschaftliche Grundproblem, dass dieses kapitalistische Wirtschaftssystem nicht mehr bereit und in der Lage ist, den von Erwerbslosigkeit betroffenen Menschen eine menschenwürdige Perspektive zu bieten, nicht von der öffentlichen Kritik aufgegriffen wird,“ stellt Aust weiter fest.

Die nach wie vor nahezu unverändert hohe Zahl von ca. 1.6 Mio. Menschen in NRW im Hartz IV-Bezug entlarven sämtliche Aufschwungparolen als bekannte neoliberale Demagogie. DIE LINKE.NRW hat deshalb die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, der ständigen Ausweitung prekärer Beschäftigung sowie der Armut in NRW zu ihrem Schwerpunktthema in den kommenden Monaten gemacht.

28. Januar 2011

Kriegstreiber im Bundestag weiterhin in der Überzahl

Serdar Agit Boztemur, Journalist und Aktivist von Linksjugend ['solid] NRW, erklärt zum Abstimmverhalten der NRW SPD und NRW GRÜNEN folgendes:

“Am 28. Januar 2011 wurde im Bundestag mal wieder abgestimmt, ob der Krieg in Afghanistan weitergeführt werden soll oder nicht. Wir LINKE haben wieder gezeigt, dass wir die einzige Friedenspartei im Bundestag sind, die Konsequent Gewalt als Mittel der Politik ablehnt.

Die NRW. SPD ist weiterhin auf “Kriegskurs“ und die NRW. GRÜNEN sind nicht weit weg von ihnen.

Auf die harmlos klingende Frage “Stimmen Sie für eine Verlängerung des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan?“  haben sich von 622 Abgeordneten, 419 für den Krieg, 116 gegen den Krieg und 43 „enthalten“ die restlichen 44 Abgeordneten haben nicht abgestimmt weil sie nicht anwesend waren.

In der FDP waren sich fast  alle einig,  bis auf einen Abgeordneten haben alle mit  „JA“ gestimmt, einer hat sich enthalten. Die Abgeordneten der CDU haben alle, bis auf vier Abgeordnete mit „JA“ gestimmt,  vier mit „NEIN“ bei den GRÜNEN haben neun Abgeordnete mit „JA“ gestimmt, 22 mit “NEIN“  und  34 sich „enthalten“. In der SPD haben 19 Abgeordnete mit „NEIN“ gestimmt, acht sich  „enthalten“ und 105  Abgeordnete mit „JA“.

In der Bundestagsfraktion der Partei DIE LINKE haben alle sich gegen den Krieg in Afghanistan ausgesprochen und stimmten alle mit „NEIN“, somit auch die NRW Linke.

Von der NRW SPD und den NRW GRÜNEN im Bundestag vertretenen Abgeordneten haben sich von 39 SPD Bundestagsabgeordneten aus NRW,  30 für den Krieg gestimmt, vier gegen den Krieg und ein Abgeordneter sich enthalten.

Von den früher als Friedenspartei bekannten GRÜNEN sind 14 Abgeordnete für NRW im Bundestag, von denen sich 5 gegen den Krieg ausgesprochen und 9 sich enthalten haben.

Der Krieg geht weiter und die Zahlen sprechen für sich, Terror ist nicht mit Terror zu bekämpfen.

Alle Abgeordneten, die sich gegen den Krieg ausgesprochen haben, wenn auch ziemlich spät, sollten lauter werden in Ihren Parteien und sich Gehör verschaffen. Die Abgeordneten aus NRW, die sich bei der Mandatsverlängerung „ enthalten“ haben sollen wissen, dass man sich  beim Krieg nicht „enthalten“ kann, entweder ist man fürs Töten oder man ist es nicht!

In der Tabelle sind die Abgeordneten der NRW SPD und NRW GRÜNEN mit  Namen, Abstimmverhalten und Ihren Wahlkreisen aufgelistet. Alle  Menschen, die Krieg als Mittel der Politik ablehnen, sollten sich darüber informieren, wie Ihre Abgeordneten gestimmt haben und Druck ausüben und diejenigen stärken, die gegen den Krieg gestimmt haben.“

Hier eine Übersicht zum Abstimmungverhalten von NRW-SPD, NRW-GRÜNEN und NRW-LINKEN

19. Januar 2011

Hartz IV ist Armut per Gesetz

Zur Verhandlung über den Hartz IV-Satz und den gesetzlichen Mindestlohn erklären die sozialpolitische Sprecherin der LINKEN. NRW, Karina Ossendorff, und die kommunalpolitische Sprecherin der LINKSFRAKTION im Landtag, Özlem Demirel:

"Die Blockadehaltung der Bundesregierung gegen eine deutliche Regelsatzerhöhung bei Hartz IV ist skandalös. Wirklich Besorgnis erregend aber ist das Einknicken der SPD in dieser Frage." so Karina Ossendorff. Die sozialpolitische Sprecherin der NRW-LINKEN ist selbst betroffen. "Hartz IV bedeutet ein Leben in Angst von der Hand in den Mund. Es gehört abgeschafft und ersetzt durch eine repressionsfreie Grundsicherung von mindestens 500 Euro im Monat. Damit man auch von Arbeit leben kann, muss ein gesetzlicher Mindestlohn her. 10 Euro sind hier die Untergrenze."

"Auch für die hochverschuldeten Kommunen in NRW ist eine finanzielle Besserstellung von Erwerbslosen und NiedriglöhlnerInnen lebenswichtig. Der Kampf gegen die zunehmende Armut hat erste Priorität in den Städten und Gemeinden", so die Kommunalexpertin aus Köln, Özlem Demirel.

"Dass der Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes, Gerd Landsberg, eine Hartz IV Erhöhung ablehnt, ist nicht nur unsozial, sondern schädlich für die Kommunen. Die Schulden der Städte können nicht von den Ärmsten geschultert werden, sondern lassen sich nur durch Steuergerechtigkeit abbauen."

Die Politikerinnen sind sich einig: "Bessere Löhne, soziale Sicherheit für Erwerbslose und die gerechte Verteilung von Arbeit und Reichtum sind Voraussetzung für einen soziale Gesellschaft. Konkret heißt das: 500 Euro Mindestsicherung, 10 Euro Mindestlohn und eine Normalarbeitszeit von 30 Wochenstunden. Diese Maßnahmen würden schlagartig das Leben der Menschen verbessern. Besonders betroffen sind Frauen, die von Minijobs leben oder als Alleinerziehende in Hartz IV mit der Verantwortung für ihre Kinder von der Gesellschaft im Stich gelassen werden."

10. Januar 2011

NRW-LINKE ehrten Luxemburg und Liebknecht

Am 9. Januar nahm eine Delegation des Landesvorstands der LINKEN. NRW an der Ehrung der im Jahr 1919 ermordeten Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht teil. Gemeinsam mit 100.000 Menschen und VertreterInnen der LINKSFRAKTION im Bundestag, des Parteivorstands und des Berliner Landesverbands legten sie den Kranz mit der Aufschrift "Trotz alledem" an der "Gedenkstätte der Sozialisten" nieder.

Rede von Gesine Löttsch!

6. Januar 2011

„Der Arbeitsmarkt im größten Bundesland zeigt eine positive Tendenz,“ ...

Geschönte Zahlen auch in 2011

„Der Arbeitsmarkt im größten Bundesland zeigt eine positive Tendenz,“ erklärt nahezu euphorisch die Chefin der NRW-Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, Christiane Schönfeld, zum aktuellen Arbeitsmarktbericht für NRW. Mit ausgewiesenen 730.980 Arbeitslosen im Dezember 2010 sei die Arbeitslosigkeit um 6,3% niedriger als im Vergleichsmonat des Vorjahres. Was Frau Schönfeld jedoch geflissentlich unterschlägt ist der Umstand, dass von ca. 1,9 Mio. Menschen, die als „Abgänge“ aus der Arbeitslosigkeit registriert werden, lediglich ca. 633.000 eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben und damit ca. 2/3 in diesem Wirtschaftssystem keine Chance mehr auf eine Erwerbstätigkeit haben.

 

„Auch in 2011 müssen manipulierte Arbeitslosenzahlen dafür herhalten, aus einer nach wie vor dramatisch hohen Arbeitslosigkeit einen angeblichen konjunkturellen Aufschwung zu konstruieren,“ erkärt der arbeitsmarktpolitische Sprecher DIE LINKE.NRW, Jürgen Aust, zu den aktuellen Zahlen. „Denn die offiziellen Zahlen unterschlagen, dass 231.000 Menschen und damit ca. 30% der  Arbeitslosen in NRW statistisch überhaupt nicht mehr erfasst werden. Das sind alle diejenigen, die von den Jobcentern z.B. in sog. Eingliederungsmaßnahmen bzw. Arbeitsgelegenheiten gesteckt werden, ohne dass damit auch nur annähernd die Chance verbunden ist, ihre Arbeitslosigkeit zu beenden. Das gesamte Ausmaß der Arbeitslosigkeit wird daran deutlich, dass in NRW ca. 1,16 Mio. Menchen als 'erwerbsfähige Hilfsbedürftige' bei den Jobcentern registriert sind, von denen aber aktuell lediglich 535.690 in der Statistik erscheinen. Diese Zahlen beweisen einmal mehr, dass man mit Hustenbonbons keinen Lungenkrebs heilen kann. Wenn dieses kapitalistische Wirtschaftssystem nicht mehr in der Lage ist, arbeitslose Menschen zu integrieren, dann sind Maßnahmen gefordert, die die Verfügungsgewalt der Besitz- und Machteliten über Arbeitsplätze und das Schicksal von Millionen Menschen nachdrücklich einschränken.“(Jürgen Aust, LV DIE LINKE. NRW)


4. Januar 2011

Nichts ist gut in Afghanistan - Bundeswehreinsatz sofort beenden

Zur schrecklichen Bilanz der allein im Jahr 2010 über 10.000 getöteten Menschen in Afghanistan erklärt der stellvertretende Landessprecher der LINKEN. NRW, Thies Gleiss:

Mehr als 10.000 getötete Menschen - das ist die Jahresbilanz  2010 in Afghanistan. Ein großer Teil davon unbeteiligte Zivilisten. Die so genannte "Sicherheitslage" ist im letzten Jahr in Afghanistan nach UNO-Aussagen "noch einmal schlechter" geworden, auch und gerade im Bezirk um Kundus, wo die Bundeswehr ihren Einsatzschwerpunkt hat.   Gleichzeitig sind deutsche Waffenfirmen auch im letzten Jahr drittgrößter Rüstungsexporteur auf der Welt. Die staatlichen Hermesbürgschaften für Rüstungsexportgeschäfte haben sich um den Faktor 100 erhöht. Verkaufsschlager sind neben Großgeräten wie Panzer, Flugzeuge und U-Boote vor allem die Handfeuerwaffen der deutschen Firma Heckler und Koch. HK muss sich einmal mehr mit aktuellen Vorwürfen auseinandersetzen, seine Produkte unerlaubt an Bürgerkriegsparteien in Mexiko verkauft zu haben.  Zu diesen erneuten Schreckenszahlen wie an jedem Jahresende stellt der stellvertretende Landessprecher der LINKEN-NRW, Thies Gleiss,  fest:

"Es gibt keinen friedlichen Kapitalismus. Rüstungsgeschäfte sind auch nur Geschäfte, die einen größtmöglichen Profit erzielen sollen. In Kundus tragen deutsche Soldaten zum Teil Aufnäher an ihren Uniformen, auf denen steht: 'Es gibt Probleme, die nur HK lösen kann'. Wer Waffen produziert und verkauft, will auch, dass sie Anwendung finden. Es ist deshalb so verwunderlich wie schmerzlich, dass auch aus den Reihen der  Partei DIE LINKE immer wieder Stimmen laut werden, die von einer 'potenziellen Friedensfähigkeit des Kapitalismus' sprechen. Noch nicht ein einziges Jahr hat der Kapitalismus in den letzten 500 Jahren diese Fähigkeit bewiesen und ist beim Kampf um die höchsten Gewinne schon immer über Leichen gegangen.

Deshalb wird die LINKE in NRW auch im Jahre 2011, in dem mit der Schaffung einer reinen Berufsarmee ein weiterer Schritt in Richtung Krieg als Mittel der Politik gegangen wird, und wenige Tage vor der erneuten Verlängerung des Afghanistan-Mandats der Bundeswehr durch  CDU, FDP, SPD und Grüne im Bundestag, ihre Positionen bekräftigen: Sofortiger Rückzug der Bundeswehr aus Afghanistan, Beendigung aller Auslandseinsätze, Austritt aus der Nato, um ihre Auflösung voranzutreiben und statt Abschaffung der Wehrpflicht - Abschaffung der Bundeswehr. Und dem US-amerikanischen Botschafter und seinen Gästen sei mitgeteilt: Das ist die klare und unverrückbare Position der LINKEN und mit ihr die von Millionen Menschen in Deutschland. Da wird nicht mit taktiert, da wird nichts dran pflegeleichter gemacht. Angriffs- und Besatzungskriege sind und bleiben Verbrechen - basta."

Gegen Thies Gleiss läuft weiterhin ein Strafverfahren wegen angeblicher Beleidigung deutscher Soldaten als Mörder. Die LINKE fordert die Rücknahme des Strafbefehls in Höhe von 5400 Euro gegen einen ihrer Sprecher und die sofortige Einstellung des Verfahrens.

12. November 2010

Gesundheit: Selbst CDU-Politiker finden Zusatzbeiträge unsozial

Heute hat die schwarz-gelbe Koalition ihre sozial grob ungerechte Gesundheitsreform, die von einer Zwei-Drittel-Mehrheit der Bevölkerung abgelehnt wird, durch den Bundestag gedrückt. Dazu der gesundheitspolitische Sprecher des Landesverbandes NRW DIE LINKE Dr. Thomas König:

Gesundheitsminister Rössler (FDP), Cheflobbyist der Hochverdiener und der privaten Krankenversicherung, ist stolz, den Einstieg in die strukturelle Umstellung auf eine einkommensunabhängige Finanzierung des Gesundheitssystems geschafft zu haben.

Eckpunkte der Reform, GKV-Finanzierungsgesetz genannt, sind die Anhebung der Beiträge von 14,9 auf 15,5 % zum 1. Januar 2011 - der Arbeitgeberanteil soll dann auf dem Niveau von 7,3 % eingefroren werden, d.h. alle zukünftigen Erhöhungen werden allein von den Arbeitnehmern in Form von Zusatzbeiträgen, exakter als Kopfpauschale bezeichnet, zu bezahlen sein! -, zeitgleich wird ein Sozialausgleich eingeführt, um die Belastung des einzelnen Mitglieds durch den Zusatzbeitrag auf maximal zwei Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens zu begrenzen. Dieser Ausgleich erfolgt aus Steuermitteln und läuft für Arbeitnehmer direkt bei ihrem Arbeitgeber und für Rentner bei den Rentenversicherungsträgern. Die Krankenkassen müssen bei jedem Mitglied prüfen, ob der jeweilige Zusatzbeitrag die Zwei-Prozent-Grenze übersteigt. Mit dem Instrument der Kostenerstattung ist die Ausweitung der Zwei- zur Drei-Klassen-Medizin eingeleitet. Wer will - und es sich leisten kann -, kann künftig dem Arzt direkt das Geld für die Behandlung in die Hand drücken und es sich von seiner Kasse später zurückholen. Allerdings steht zu befürchten, dass die Kasse nicht die volle Höhe der Rechung begleicht. „Wer künftig dringend einen Termin braucht, wird schnell nur noch einen bekommen, wenn er das Geld bar auf den Tisch legt,“ erläutert Thomas König, gesundheitspolitischer Sprecher des Landesverbandes NRW DIE LINKE. weiter.

Vor allem Abgeordnete der CDU weisen in persönlichen Erklärungen darauf hin, dass Rentner womöglich selbst dann in den Genuss des geplanten Sozialausgleiches bekommen, wenn sie über ordentliche Zins- und Mieteinnahmen verfügen. Der Grund: Zur Berechnung des Sozialausgleichs, mit dem der maximale Zusatzbeitrag, d.h. die Kopfpauschale, auf zwei Prozent des Einkommens festgenagelt wird, werden nur sozialversicherungspflichtige Einkommen hinzugezogen., König ist sich sicher: "Wenn die Entwicklung so weiter geht, werden in 15 Jahren fast alle Versicherten Anspruch auf Sozialausgleich haben."

Das SPD-Präsidium hat als Gegenentwurf vor drei Tagen ein Sieben-Punkte-Positionspapier zur Bürgerversicherung vorgelegt, in dem sie den hoffnungslosen Versuch unternimmt, Solidarität mit Wettbewerb zu versöhnen. „Genauso wie die Grünen mit ihrem Versuch, die Umwelt mit dem Kapitalismus zu versöhnen, scheitern werden, wird es der SPD nicht gelingen, Wettbewerb unter den Krankenkassen und Leistungserbringern zum Wohle der Mehrheit der Menschen in unserem Land zu organisieren“, erläutert König. DIE LINKE fordert klar und eindeutig Solidarität statt Wettbewerb im Gesundheitswesen – so senkt z.B. die regional untergliederte Einheitskasse in Österreich die Kosten und erhöht die Solidarität. Und Privatversicherungen exisitieren, wenn überhaupt, nur noch als Zusatzversicherung.

16. August 2010

Diskriminierung á la von der Leyen

Zum geplanten Chipkarten-Modell für Kinder, die von Hartz IV leben, erklärt Jürgen Aust, arbeitsmarktpolitischer Sprecher des Landesvorstandes DIE LINKE. NRW: 

"Nachdem das Bundesverfassungsgericht am 09.02.2010 die Bemessung der Hartz IV-Regelsätze für verfassungswidrig erklärt hatte, unternehmen Kapital und Politik gesteigerte Anstrengungen, dem Hartz-System eine neue Fassade zu verpassen. Das aus dem Hause von der Leyen stammende Chipkarten-Modell für Hartz IV-Kinder gehört zu dieser „Fassadenmodernisierung“.,Damit soll in der Öffentlichkeit der Eindruck erweckt werden, man wolle  so die Bildungschancen von Kindern verbessern, während es in Wirklichkeit die Diskriminierung und Entmündigung von Eltern im Hartz IV-Bezug nur noch weiter vertieft. Statt der seit langer Zeit von Gewerkschaften und Sozialverbändenen erhobenen Forderung nach einer deutlichen Anhebung der Kinderregelsätze zu entsprechen, sollen die „bildungsfernen Schichten“ nunmehr mit völlig unzureichenden Sachleistungen in Form einer Chipcard abgespeist werden. Als Vorbild dient das sogenannte „Stuttgarter Modell“, das für alle Kinder unter 16 Jahren eine Karte mit einem 60 €-Jahresguthaben vorsieht, um damit Musikunterricht, Schwimmbadeintritte oder Nachhilfeunterricht bezahlen zu können."

„Die Chipcard kann nur als Fortsetzung der mit dem Hartz-System verbundenen Diskriminierung und Entrechtung verstanden werden,“ erklärt Aust weiter. „Während alle Eltern z.B. das staatliche Kindergeld erhalten, um damit den kinderspezifischen Wachstumsbedarf finanzieren zu können, wird dieses Hartz IV-Eltern vorenthalten bzw. in vollem Umfang auf den Regelsatz angerechnet. Statt in Kinder zu investieren, subventioniert die Bundesregierung lieber in Höhe von ca. 50 Mrd. € Niedriglöhne bei Hartz IV-Aufstockern. Frau von der Leyen liegt inzwischen voll auf der Linie eines Philipp Mißfelder (CDU-Präsidumsmitglied), der kürzlich eine Erhöhung der Regelsätze mit der menschenverachtenden Erklärung ablehnte, damit erreiche man nur einen 'Anschub für die Tabak- und Spirituosenindustrie'.“ DIE LINKE. NRW wird deshalb  im Rahmen der Herbstaktionen weiterhin und verstärkt für eine deutliche Anhebung der Hartz IV-Regelsätze eintreten und jeglichen Versuchen, diese Forderung durch Sachleistungen in Gestalt einer Chipcard etc. zu unterlaufen, eine klare Absage erteilen."

27. Mai 2010

Der Mauerbau von Düsseldorf

 

Ein persönlicher Bericht von Rüdiger Sagel: Der altbekannte Kampf um die Deutungshoheit und eine verklärende Geschichtsschreibung, warum rot-rot-grün in NRW gescheitert ist, hat begonnen. Von mir als Mitglied der LINKEN Sondierungskommission, hier ein persönlicher Bericht:

Vorausschicken möchte ich, dass es sich um eines der skurrilsten politischen Erlebnisse, während meiner mehr als 30-jährigen politischen Tätigkeit handelt. Allein, dass man hier im Westen der Republik mehr als 20 Jahre nach dem Mauerfall, das "Verhältnis zur ehemaligen DDR" zum zentralen Thema einer möglichen Koalition in NRW macht, ist schon mehr als beachtlich. Es gibt offensichtlich nicht nur immer noch eine Mauer in den Köpfen von etlichen Sozialdemokraten und Grünen. In Düsseldorf wurde vielmehr der - erfolgreiche - Versuch unternommen, die DDR und ihre Mauer auch politisch als Abwehrbollwerk gegen rot-rot-grün wieder aufzubauen.                        

Dass dies politische "Geschäft" des Mauerbaus von SPD und Grünen, und nicht wie sonst üblich von CDU und FDP, in teils polemischer und offener Provokation während eines mehrstündigen Gesprächs betrieben wird, ist eigentlich infam. Es wird letztlich nur durch die große Angst, insbesondere der SPD, vor der medialen Macht sowie den dahinter stehenden und einflussreichen Kreisen aus Kapital und Unternehmen erklärbar. Dass wir LINKE die offenen Angriffe, in dem als "Gesinnungstest" inszenierten und teils üblen Treffen, mit weitgehender Ruhe, sachlich und inhaltlich fundiert, pariert und überstanden haben, dies allein verdient schon die Hochachtung der LINKEN Mitglieder der Sondierung. Wir haben mit großer, vielleicht zu großer Geduld versucht, die Möglichkeiten für einen wirklichen Politikwechsel zu sondieren und mögliche Probleme zu identifizieren und, wenn möglich, auszuräumen. Wenn wir dies aber nicht so selbstbewusst gemacht hätten, wäre das Gespräch nach 30 Minuten vorbei gewesen. Doch die Angst hat bei SPD und Grünen gesiegt ! Dies stand offenbar schon vorher fest. Nach wochenlangem Beschuss in der Öffentlichkeit und teilweise extrem verfälschenden medialen Darstellungen einer klar positionierten Presse, ist es damit erneut gelungen, rot-rot-grün zu verhindern. Dies obwohl dafür zum fünften Mal eine parlamentarische Mehrheit vorhanden war.                       

Offensichtlich mussten SPD und Grünen diesen Weg der politischen Inszenierung wählen, um der öffentlich als "extremistisch" und "verfassungsfeindlich" bezeichneten LINKEN und ihren NRW-Abgeordneten den "schwarzen Peter" für ein weiteres Scheitern der rot-rot-grün Perspektive zuzuschieben. Die Angst vor der "Ypsilanti Falle" lässt grüßen. Dass es sich dabei um ein abgekartetes Spiel und um eine Alibi-Veranstaltung handelte, wurde in den mehr als 5 Stunden zunehmend deutlich. Es war ein geplantes Scheitern, u.a. mit dem Ziel, den eigenen Anhängern von rot-rot-grün den Weg zu verbauen, um sie in eine große, oder doch noch Ampel Koalition, mit den Rechten mitnehmen zu können.                       

Die anfangs noch einigermaßen unverkrampfte Stimmung kippte sehr schnell. Kein Wunder, denn SPD und Grüne mit ihren Protagonistinnen Kraft und Löhrmann hatten einen klaren Fahrplan des Scheitern, den es abzuarbeiten galt und den sie massiv vortrugen. Zunächst in einem offensichtlich gut abgesprochenen Ping-Pong Spiel allein dieser beiden. (Bei den Grünen meldete sich außer Volker Beck während der gesamten Debatte überhaupt fast niemand zu Wort !) Nach der aggressiven Anfangsphase wurde es dann zunehmend zäh. Wolfgang Zimmermann bemühte sich trotzdem immer wieder ruhig und sachlich argumentierend, alle Fragen zu beantworten und mögliche Übereinstimmungen auszuloten. Doch es kippte immer mehr, da alles Gesagte immer massiv in Frage gestellt wurde.                              

Grundsätzlich ist festzustellen: Für die LINKE in NRW war es keine Selbstverständlichkeit sich mit SPD und Grünen, die uns "aus dem Landtag raushalten" wollten, da wir "nicht gebraucht" werden an einen Tisch zusetzen. Dies umsomehr, als bereits im Wahlkampf immer wieder mit vorurteilsbeladenen Behauptungen polemisiert wurde. Wir haben uns trotzdem einstimmig dafür entschieden zu sondieren, denn Politik ist kein Selbstzweck und wir wollen ernsthaft bessere Lebensbedingungen für die Menschen in NRW schaffen.                             

In dem wirren Gespräch haben wir als LINKE, und vor allem Katharina Schwabedissen hervorragend argumentierend, im Weiteren dann immer wieder versucht deutlich zu machen, dass wir mit der DDR und der Politik, die dort gemacht wurde, nichts aber auch gar nichts zu tun haben und die DDR genau das "Gegenteil" von dem war, was wir heute politisch wollen. Dass von uns vorgelegte Papier, mit Auszügen aus den programmatischen Eckpunkten und den NRW-Positionen zur Landespolitik, die dies und unser Demokratie Verständnis und zur DDR Diktatur erläutern, wurde als unzureichend bezeichnet. Immer wieder wurden vielmehr, insbesondere von Grünen wie Volker Beck, der in dem "Verfahren", als Bundestagsabgeordneter !! eine nicht nur mehr als tragende sondern teilweise dominierende Rolle hatte, angebliche Missverständnisse und vermeintliche Unklarheiten konstruiert. Selbst Aussagen der LINKEN, die wir auch bereit waren zu unterschreiben, wie: "Die DDR war kein demokratischer Rechtsstaat, die DDR war eine Diktatur" reichten nicht dazu aus, auf einen Nenner zu kommen. Immer wieder wurde trotzdem von Relativierungen gesprochen. Dass wir hier in NRW sind, uns zur aktuellen Situation und uns z.B. im Hinblick auf Rechtsextremismus stärker positionieren und engagieren müssen, wollte man auf Seiten von SPD und Grünen nicht hören. "Relativierung !" Dass es auch im Westen und auch aktuell immer noch Demokratie Probleme gibt, wurde sofort als "Gleichsetzung !" gewertet. Wie im Übrigen auch alles andere kritische, als "Gleichsetzung" gewertet wurde, was hier bei uns passiert.                       

Immer wieder wurde auf das Wort "Unrechtsstaat" abgestellt. Dass es sich hierbei um einen Kampfbegriff vom rechten Rand der CDU handelt (siehe Erläuterungen am Ende dieses Textes), der eine Gleichsetzung zwischen Nazi- und DDR-Regime vornimmt, schien SPD und Grünen, die sich zunehmend in die Begrifflichkeit hineinsteigerten, weder klar zu sein noch zu interessieren. Außerdem nötigte man uns zunehmend, die weder vorliegende, noch allen im Detail bekannte "Thüringer Erklärung", zu unterschreiben. Dass wir hier nicht in Thüringen sondern in NRW sind, wurde nicht akzeptiert. Als ich nach langer Debatte dann selber konkret die Frage stellte, ob die Unterschrift unter das Wort "Unrechtsstaat", die alleinige Bedingung für eine mögliche Koalition in NRW sei, wich man dann aber aus. Kein Wunder, niemand würde vermutlich in der Öffentlichkeit verstehen, warum eine Koalition in NRW im Jahr 2010 am Wort "Unrechtsstaat" gescheitert ist. An dieser Stelle wurde dann aber im Konsens festgehalten, dass man orientiert an die noch zu erweiternden "Brandenburger Erklärung", eine auf NRW bezogene demokratische Grundsatzerklärung verfassen könne.                           

  Nach mehr als zwei Stunden Debatte zur "DDR" !!, kam dann das Thema Verfassungsschutz in einer weiteren Grundsatzdebatte an die Reihe. Nachdem die LINKE erklärt hatte, dass wir den Verfassungsschutz in NRW nicht sofort abschaffen wollten, dass dies zwar in unseren Programm stehe und wir auch grundsätzlich daran festhalten, aber dies mit SPD und Grünen wohl nicht in dieser Legislaturperiode machbar sei, wurden auch da trotzdem "künstlich" Probleme inszeniert. Ob wir denn bereit seien, im Landeshaushalt eine Grundausstattung für den Verfassungsschutz zu finanzieren ? Wir haben das bejaht, aber dass man doch trotzdem eine stärkerer demokratische Kontrolle gewährleisten solle und man sich auch mit dem Personalumfang beschäftigen solle und was die dort beim Verfassungsschutz, z.B. V-Leute, so machen. Dies wurde dann sogleich als Kritik an SPD und Grünen und ihrer bisherigen Arbeit hochstilisiert. Zudem wurde, da wir die Personalfrage zumindest erörtern wollten, uns das Ganze als "Abschaffung auf kaltem Wege" untergejubelt.                             

Ganz zum Schluss kam dann in einer guten halben Stunde ! das Thema Landeshaushalt noch dran. Interessant war hier die Aussage von Frau Kraft: "Der Wahlkampf ist vorbei. Die Programme müssen jetzt einem Realitätscheck unterzogen werden." Faktisch heißt das offensichtlich, dass zumindest das Programm der SPD nicht das Papier wert ist, auf dem es geschrieben steht. Denn die finanzpolitische Realität ist katastrophal, doch das war ja auch schon vorher bekannt. Unseren Ausführungen, dass wir Initiativen zur Verbesserung der Einnahmesituation, vor allem im Bundesrat, starten müssten, und die wenigen vorhandenen Möglichkeiten im Landeshaushalt NRW nutzen müssen, wurde nicht widersprochen. Wie auch insgesamt eigentlich keinem, der von uns gemachten Statements zur Lage und weiterem Vorgehen, wie Kassensturz, auf absehbare Zeit investive schuldenorientierte Anreizpolitik, etc. Das heißt bei der konkreten Politik in NRW gab es zunächst mal keine grundsätzliche Differenz. Lediglich beim Thema Abbau von Stellen, wobei zur Zeit 8700 k.w. gestellt sind, gab es eine Auseinandersetzung. Die LINKE betonte, wir wollen keinen Personalabbau! Als dass immer wieder kritisch hinterfragt wurde was das heißt, habe ich gefragt, ob das denn heiße, dass SPD und Grüne die 8700 Stellen abbauen wollen. Da gerieten beide Parteien ins Schleudern. Man redete sich dann heraus, Originalton Kraft: "Das heißt noch nicht, dass wir die Stellen abbauen wollen". Man darf gespannt sein ! Wie auch auf die Grünen, die bei den 200 000 Arbeitsplätzen, die sie schaffen wollen, ebenfalls schwer ins Schlingern gerieten.                            

Anreizfinanzierungen zur Schaffung dieser Stellen wolle man geben, aber natürlich keine öffentlichen Stellen einrichten. Auch da darf man gespannt sein. Die Zeit ist gekommen, wo aus den Luftnummern und Wahlkampfblasen jetzt die Luft rausgelassen wird, siehe Eingangszitat Kraft !                                

Eine fast schon amüsante Anekdote ereignete sich noch, als es um die Standhaftigkeit einer möglichen Koalition ging und dem Verhalten der Abgeordneten zu Beschlüssen. Nachdem die LINKE deutlich gemacht hatte, dass wir Entscheidungen im Dialog und im demokratischen Konsens zwischen Basis, Partei und Fraktion treffen und dazu stehen würden, wobei natürlich auch ein Protest nicht gänzlich auszuschließen sei, stellten wir diese Frag an die SPD. Frau Kraft antwortete, dass sie ihre 19 neuen Abgeordneten nicht alle kennen würde, und was sie mittragen würden. Woraufhin ihr die parlamentarische Geschäftsführerin der SPD Carina Gödecke ins Wort fiel und ihr sagte, dass es 30 neue Abgeordnete seien, was bei Kraft zu offensichtlicher Verwirrung führte.                           

Die Erwähnung von uns, dass die Grünen das sogenannte Spiel über Bande mit Fraktion und außerparlamentarischem Protest in der Vergangenheit in einer Koalition mit der SPD immer wieder gespielt haben, führte zu Lachern bei der SPD...                      

Das ganze abgekartete Spiel wurde am Ende auch noch einmal entlarvend deutlich. Hannelore Kraft trat mit fertiger, und offensichtlich vorher vorbereiteter und ausgedruckter, Erklärung in der Hand vor die Presse. Zeitgleich zu ihrem gemeinsamen Auftritt mit Sylvia Löhrmann vor den Kameras lief bereits im Hotelfernseher Live bei NTV im Laufband, dass die SPD nach Scheitern der Verhandlung, die CDU eingeladen habe...                   

Als letztes noch ein persönlicher Eindruck. Die Debatte war unsäglich und hatte mit Landespolitik und was die Verbesserung der Lebensbedingungen der Menschen angeht, so gut wie nichts zu tun. Besonders unerträglich war der gelackte und im schwarzen Designer Anzug polemisch und überheblich argumentierende und gelegentlich umherstolzierende Volker Beck. Sein geschichtliches Verständnis, die Leugnung und Umkehr ehemals grüner Identitäten, sowie das Vergessen der Entstehungsgeschichte der Grünen ist mehr als beachtlich. Mit seinen infamen und unterstellenden Äußerungen ist es wirklich ein Wunder, dass unsere Leute so ruhig blieben. Ich weiß nicht wie sich jemand wie Beck, der sich immerhin in einer Partei mit Leuten, die eine politische Sozialisation wie Böll-Stiftungsvorsitzender Ralf Fücks (KBW) oder Bundestagsfraktionsvorsitzender Jürgen Trittin (KB) oder stv. NRW-Fraktionsvorsitzender Reiner Priggen (MSB Spartakus) haben, so entblöden und darstellen kann. Erklärlich wird dies wohl nur durch die Leugnung der eigenen Geschichte auch dieser Leute, die dies hinnehmen. Wie sich Beck, einige andere Grüne und auch vor allem jüngere SPD-Leute in dieser Runde verhielten, das spottet jeder Beschreibung.                                     

 Anmerkungen:                                 

1. Wikipedia: In der Rechtsprechung deutscher Gerichte werden sowohl das „Dritte Reich“[6] als auch die DDR[7] als Unrechtsstaat bezeichnet.                               

2. Die DDR: (K)ein Unrechtsstaat? - ARTE                       
"Unrechtsstaat ist "ein Kampfbegriff aus dem Konrad-Adenauer-Haus.



 

3. Mai 2010

Private Banken, Spekulanten und Finanzprofiteure sollen zahlen

Zur Griechenland-Krise äußert Wolfgang Zimmermann, Landessprecher und Spitzenkandidat der LINKEN in NRW: „Die Griechenland-Krise zeigt überdeutlich, dass die Regierungen nur noch Spielball der Spekulanten an den internationalen Finanzmärkten sind. Drei Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise verdienen Hedgefonds wieder Milliarden. Banken legen hochriskante Papiere auf und wetten zugleich auf ihren Absturz. Private Rating-Agenturen stehen ihnen tatkräftig zur Seite, Griechenland, Spanien, Portugal und Irland in den Bankrott zu treiben. Und es ist nur eine Frage der Zeit, wenn mit Großbritannien, Frankreich und Japan eine ganz andere Kategorie von Schuldnern in das Schussfeld der Finanz-Großinvestoren gerät. Die Finanzmärkte beruhen auf einem Fundament von Nitroglycerin.

Aber nicht die Finanzjongleure sollen für die Folgen der verheerenden Krise und die Machenschaften der Kapitalfunktionäre und Regierenden zahlen, sondern Lohnabhängige, kleine Gewerbetreibende, Bezieher von Renten und Transferleistungen: Ihnen werden die Löhne und Renten gekürzt und höhere Mehrwertsteuersätze aufgebürdet. Der Kampf der griechischen Bevölkerung gegen das Kürzungspaket ist der gleiche Kampf gegen die Umverteilung, den auch wir in Deutschland führen.

Der deregulierte Finanzkapitalismus ist maßgeblich verantwortlich für die Euro-Krise. Seit Jahren verlangen wir, eine Wirtschaftsregierung auf europäischer Ebene zu bilden, um die Lohn- und die Finanzpolitik zu koordinieren, immer wieder wurde das von den Neoliberalen abgelehnt. Auch unsere Forderung, die Finanzmärkte zu regulieren, ist nicht erfüllt worden. Die großen Banken, die Hedgefonds, Leerverkäufer und Jongleure mit Kreditversicherungen (CDS) sowie die Rating-Agenturen müssen an die Kette gelegt werden.

Die Griechenland-Krise zeigt auch: Frau Merkel und Herr Rüttgers führen mit ihren Beschwörungen, die Politik müsse wieder die Oberhand über die Finanzmärkte gewinnen, die Menschen hinters Licht. Zur allseits beschworenen Finanzmarktregulierung ist bis heute nichts passiert. Die Regierung lässt die Spekulanten laufen. Die großen Banken wie die Deutsche Bank zocken und spielen weiter mit Milliardenbeträgen, und wenn es schief geht, soll Vater Staat es richten wie schon bei der Hypo Real Estate.

DIE LINKE steht an der Seite der Menschen, die in Griechenland gegen die Sozialkahlschlagspläne von IWF und den europäischen Regierungen stehen. Einer ‚europäischen Agenda 2010’ werden wir uns konsequent entgegenstellen - europaweit!

Nicht die Mehrheit der Bevölkerung, sondern private Banken, Spekulanten und Finanzprofiteure, die die Krise verursacht haben, müssen zahlen. Wir fordern die Einführung einer Bankenabgabe nach US-Vorbild und einer Finanztransaktionssteuer in Höhe von 0,01 Prozent sowie die Wiederanhebung der Körperschaftsteuersätze auf 25 Prozent für Kapitalgesellschaften wie die Deutsche Bank und die Allianz; damit sind Mehreinnahmen von mindestens 29 Milliarden Euro jährlich möglich.“

22. April 2010

DIE LINKE. NRW solidarisiert sich mit Bildungsprotesten

Anlässlich der derzeitigen Bildungsprotestwoche von SchülerInnen und Studierenden gegen die derzeitige Bildungspolitik im Rahmen der Bildungsperspektiven-Kampagne und des Bildungsstreikes erklärt sich DIE LINKE. NRW solidarisch mit den Protesten. In vielen NRW-Städten finden kreative Proteste statt - von der Fahrraddemo bis zum Grillfest für freie Bildung.

Katharina Schwabedissen, Landessprecherin der LINKEN. NRW, betont die Wichtigkeit der Proteste: "Bildung ist Menschenrecht. Dass sich Studierende, SchülerInnen, Eltern, Auszubildende und Lehrende gegen die schwarz-gelbe Bildungspolitik zur Wehr setzen, ist die richtige Antwort. Die Proteste sind Ausdruck  einer großen Unzufriedenheit über das Bildungssystem.

Studiengebühren, Turbo-Abi, Kopfnoten und die Privatisierung der Bildung sind von Schwarz-Gelb massiv vorangetrieben worden. Gleichzeitig wird die Mitbestimmung an den Hochschulen immer stärker abgebaut. Gegen
diese Politik tritt auch DIE LINKE. NRW ein."

Darüber hinaus warnt Schwabedissen vor staatlicher Repression: "Bei den vergangenen Protestwellen gab es Universitätsleitungen, die während friedlichen Besetzungen die Polizei auf den Campus herbestellt haben. Wir hoffen, dass uns diese Bilder zukünftig erspart bleiben, und fordern die Verantwortlichen auf, besonnen auf diese friedlichen Proteste zu reagieren."

DIE LINKE. NRW beteiligt sich an den Bildungsprotesten und ruft dazu auf, sich an der Großdemo am 5. Mai in Düsseldorf zu beteiligen.

15. April 2010

Rüttgers treibt soziale Spaltung in NRW voran

"Radikal unsozial - das ist das Steuermodell der FDP", kritisiert der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (LINKE) auch Ministerpräsident Rüttgers, der das FDP-Sozialspaltermodell unterstützt. "In einer Gesellschaft, wo Arbeitnehmer mit 400 € entlohnt werden und Manager Millionen Boni verdienen, bedeutet dieses FDP-Steuermodell eine weitere Umverteilung von unten nach oben.

Rüttgers spaltet mit der FDP die Gesellschaft in NRW weiter, wenn er so ein Steuermodell unterstützt. Sozialkürzungen, Einschnitte im Bildungs- und Umweltbereich sowie bei Kultureinrichtungen werden die Folge sein, wofür die Bürger zukünftig teuer bezahlen müssen und ihnen tief in die Tasche gegriffen wird."

Stufenmodelle bei Steuer, seien es drei- Stufen, die Rüttgers schon unterschrieben hat oder fünf, die er jetzt gut heißt, sind laut Sagel höchst ungerecht. "Insbesondere die Mittelschicht wird belastet, da die Belastung nicht mehr mit ansteigendem Einkommen steigt, sondern Sprungweise. Die Reichen werden zudem weiter entlastet, da die oberste Stufe nach oben offen ist. Eine Steuersenkung, die 16 Milliarden kosten wird, trifft bei der derzeitig angespannten Haushaltslage immer vor allem soziale Einrichtungen und die Kommunen. Damit verschärft sich in NRW die Situation für die Kommunen, die Rüttgers in seiner gesamten Amtszeit immer weiter belastet hat und jetzt ins völlige Desaster führt. Die Bürger werden die Zeche bezahlen müssen. Rüttgers und die FDP haben in NRW eindeutig ihre Inkompetenz bewiesen und dieses Steuermodell der Mövenpick-Partei macht alles noch schlimmer."

17. März 2010

Wer grün wählt wird sich schwarz ärgern

Grüne lassen schwarze Katze aus dem Sack und wollen sich für Ministerposten verkaufen

Lange genug haben die Grünen taktiert. "Jetzt ist endlich raus, was ich bei meinem Austritt vor fast 3 Jahren schon festgestellt habe, dass die Grünen ihr gesamtes Wahlprogramm gegen Ministerposten eintauschen werden", kritisiert der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (LINKE) die NRW-Grünen. "Die Quintessenz des Grünen-Oberstrategen Priggen ist an Eindeutigkeit nicht zu überbieten, denn er stellt "keinerlei inhaltliche Bedingungen für ein schwarz-grünes Bündnis", was einen Ausverkauf der Grünen-Politik für Ministerposten bedeutet."


Für die Grünen ist es offensichtlich der größte Graus, an einer neuen Regierung in NRW möglicherweise nicht beteiligt zu sein. "Dieses rein machtpolitische Denken führt nun in NRW soweit, dass die Grünen jetzt sogar mit dem für "käufliche Politik" stehenden Ministerpräsidenten Rüttgers paktieren wollen - weitere Atomkraftnutzung und neue Kohlekraftwerke, Studiengebühren und "Privat vor Staat" Politik eingeschlossen. Wie im schwarz-grünen Hamburg, wo die Grünen das größte Kohlekraftwerk Europas mitgenehmigt haben, geben sie jetzt auch noch den letzten Rest von Glaubwürdigkeit auf, nachdem sie bei Kriegseinsätzen und Hartz Gesetzen schon die soziale und friedenspolitische Glaubwürdigkeit verloren haben.

Die LINKE steht auch für die ökologischen Themen bereit, denn wir stehen für einen Umbau der Energiewirtschaft auf regenerative Energien und das nicht durch Verstaatlichung, wie das immer fälschlicherweise unterstellt wird, sondern durch Dezentralisierung und Rekommunalisierung der Energieerzeugung. Wer grün wählt, wird sich nach der Wahl am 9. Mai schwarz ärgern."

7. Oktober 2009

Teilprivatisierung der Rentenvorsorge entpuppt sich als Desaster

Die neuesten Untersuchungen zur in der Krise nachlassenden Altersvorsorge der Bundesbürgerinnen und -bürger vergrößern die schlimmsten Befürchtungen vor einer sich ausbreitenden Altersarmut. Demnach hat bereits jede/r Sechste/r sein privates Altersvorsorgemodell aufgelöst oder verringert, jede/r Dritte/r Erwerbstätige sorgt gar nicht erst vor, so die Meldungen unter anderem im Kölner Stadtanzeiger. Carolin Butterwegge, eine der sozialpolitischen SprecherInnen des Landesvorstandes der LINKEN. NRW, erstaunt diese Entwicklung nicht im Geringsten.

"Spätestens jetzt ist glasklar: Die Riester-Rente ist ein Holzweg und entpuppt sich mit ihrer Teilprivatisierung der Altersvorsorge als ein Desaster, das zu einer Altersarmut der Massen führt. Die - u.a. in den Armuts- und Reichtumsberichten der Bundesregierung dokumentierte - skandalös gewachsene Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen untermauert dies: Das einkommensschwächste Zehntel der Bevölkerung verfügt über Schulden, und die Armut, u.a. durch Hartz IV und den Boom prekärer Beschäftigung, breitet sich immer mehr aus. Das Normalarbeitsverhältnis wird zum Auslaufmodell. Viele Menschen in NRW hatten schon vor der Krise einfach nicht das Geld, um zusätzlich privat für das Alter vorzusorgen, nun verschärft sich die Situation auch für Noch-Erwerbstätige, die ihren Arbeitsplatz durch Kurzarbeit oder Sparmaßnahmen bedroht sehen."     

Ingrid Remmers, frisch gewähltes Mitglied des Bundestages auch Bochum, kritisiert, dass "sich mit der durch die Riestergesetzgebung erfolgten Teilprivatisierung ohnehin nur jene eine Altersvorsorge leisten können, die Geld dafür auf die hohe Kante legen können, was für immer mehr Menschen hierzulande nicht zutrifft. Die aufgezwungene Notwendigkeit zum 'Riestern', um im Alter einen ausreichenden Lebensstandard sichern zu können, programmiert Altersarmut bei einem Großteil der Menschen vor. Diese Entwicklung haben SPD und Grüne bei der Verabschiedung der Riesterrente und ihrer Demontage der Gesetzlichen Rentenversicherung bewusst in Kauf genommen." Remmers befürchtet nun, dass die neue schwarz-gelbe Bundesregierung auf Drängen der FDP die Gesetzliche Rentenversicherung noch mehr schwächt, indem sie auf weitere Privatisierungen drängt. Remmers dazu: "Die LINKE fordert hier einen radikalen Kurswechsel: Die Ausbreitung von Altersarmut wollen wir bekämpfen, indem wir die Gesetzliche Rentenversicherung stärken. Sie sollte zu einer solidarischen Erwerbstätigenversicherung umgebaut werden, die alle Erwerbstätigen einbezieht und keine Beitragsbemessungsgrenze mehr hat. Dieser zentralen Herausforderung stellt sich die neue Regierung nicht."

6. Oktober 2009

CDU/FDP Mehrheit im Düsseldorfer Landtag will Baustopp des EON Kraftwerk Datteln kippen

In einem Entschließungsantrag will sich die schwarz-gelbe Mehrheit in NRW für den Weiterbau des vom OVG Münster gestoppten Klimakillers Datteln aussprechen. Sie begründet das mit dem angeblich "ökonomischen, aber auch ökologischen Interesse des Landes NRW".

Die Richter am Oberverwaltungsgericht Münster warfen in ihrer Entscheidung dem Konzern eine Vielzahl von Verstößen vor: gegen die Flora-Fauna Richtlinie, Lärmschutz, gegen Vorgaben im Landesentwicklungsplan. Der Bebauungsplan wurde für unwirksam erklärt, Revision nicht zugelassen.
Die geplante Leistung liegt bei über 1000 Megawatt, und der CO²-Ausstoß wäre ein weiterer Sargnagel für das Klima gewesen. Das alles aber ficht Schwarz-Gelb in Düsseldorf nicht an.

"Dieser Antrag zeigt, dass CDU und FDP nichts, aber auch gar nichts begriffen haben und auch nichts begreifen wollen", so der energiepolitische Sprecher des Landesvorstandes DIE LINKE. NRW, Michael Aggelidis, "Sie wollen die Schäden der Klimaerwärmung offenbar ignorieren, weil ihnen die Konzerninteressen von E.ON wichtiger sind als die Interessen des Allgemeinwohls. Letzteres erfordert den drastischen Ausbau der Erneuerbaren Energien. Wenn letztere ausgebaut werden sollen, müssen die alten Dreckschleudern zugunsten von Wind, Sonne & Co. ersetzt werden. Ganz offensichtlich sehen sich die bürgerlichen Parteien aber als Befehlsempfänger der Energiekonzerne und behindern damit den Ausbau der Erneuerbaren. NRW als Industriestandort benötigt aber keine rückwärtsgewandte, sondern eine progressive Industriepolitik. Die Befehlskette muss umgekehrt laufen. Nicht die Energiekonzerne dürfen der Politik Handlungsanweisungen geben, sondern die Politik muss das Sagen haben. DIE LINKE. NRW sagt auch klipp und klar: 100% Erneuerbare Energien sind möglich, der Ausstieg aus Kohle und Atom ist nötig!"

22. August 2009

LINKE fordert von CDU: Statt Wahlkampfschauspiel endlich Kommunen finanziell entlasten!

Während die Landes-CDU offensichtlich keine anderen Sorgen hat, ob und mit wem DIE LINKE in den Städten und Gemeinden Gespräche führt, droht ein neues Kürzungspaket der sozialen Kälte der Landesregierung auf den Weg gebracht zu werden.

Nach Angaben des Finanzministers NRW Linssen ist mit einem Rückgang der Steuereinnahmen in Höhe von 5,3 % für das Jahr 2009 zu rechnen. Die wirtschaftspolitische Sprecherin der LINKEN NRW, Edith Fröse, fordert die Landesregierung erneut auf, endlich ein Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP) auf den Weg zu bringen. "Es ist bedauerlich", so Fröse "dass nur DIE LINKE bisher konkrete Vorschläge unterbreitet hat, wie die Investitionen in die Zukunft unseres Landes, insbesondere der Kommunen finanziert werden können."

22. April 2009

LINKE: Mobilität ist ein Grundrecht!

Landesweit ein Sozialticket einführen und Innenstädte entlasten!

Die gestrige Anhörung des Verkehrsausschusses im Landtag NRW zeigt, wie überaus notwendig und sinnvoll ein NRW-Sozialticket für die verbilligte Nutzung des ÖPNV ist, erklären Carolin Butterwegge und Helmut Eigen vom Landesvorstand der LINKE. NRW, sowie der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (LINKE).


"In Kommunen wie Köln oder Dortmund, die bereits ein Sozialticket eingeführt haben, wurden sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Für DIE LINKE ist Mobilität ein Grundrecht. Es kann nicht angehen, dass sich Menschen im Hartz-IV-Bezug mit dem im Regelsatz vorgesehenen Betrag von 14,73 € monatlich höchstens sechs bis sieben Fahrten mit dem Öffentlichen Personennahverkehr leisten können und sich weitere Fahrten vom Mund absparen müssen. Eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist damit nicht gewährleistet", weist Sagel auf die Problematik und die Möglichkeit des Sozialtickets hin.

"Während die Regierung Rüttgers Milliardenlöcher bei der WestLB stopft, sind für die Einführung eines landesweiten Sozialtickets angeblich keine Mittel da. Dabei würde die landesweite Einführung eines Sozialtickets voraussichtlich weniger als 35 Mio. pro Jahr im Landeshaushalt kosten. Die schwarz-gelbe Landesregierung blinkt gerne links, handelt aber neoliberal - die Interessen einkommensärmerer Menschen sind ihr egal."

Carolin Butterwegge sieht die Einführung eines Sozialtickets nicht nur als sozialpolitische, sondern auch als wirtschafts- und umweltpolitische Maßnahme. "Es gibt nur Vorteile durch ein Sozialticket. Menschen, die endlich wieder mobil sind; Verkehrsverbünde, die Neukunden gewinnen, eine bessere Auslastung ihrer Fahrzeuge und Mehreinnahmen haben. Zudem noch Innenstädte, die durch geringeren Autoverkehr entlastet werden."

Helmut Eigen weist auf die Notwendigkeit einer neuen Vorsorgepolitik hin: “Ich kann Daniel Kreutz vom Sozialverband Deutschland nur Recht geben, wenn er im Ausschuss sagt, dass wir dringend ein neues sozialstaatliches Verständnis für die öffentliche Daseinsfürsorge brauchen. Dieses Verständnis ist in den letzten 10 Jahren unter die Räder gekommen!“

24. November 2008

Linssen komplett gescheitert, Rücktritt weiter überfällig - Rekordverschuldung mit über 120 Milliarden Euro

NRW kommt durch die beinahe Verdoppelung der Neuverschuldung in 2009 auf 3 Milliarden Euro jetzt insgesamt auf einen Rekordverschuldungsstand von über 120 Milliarden Euro, kritisiert der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (LINKE) den CDU-Finanzminister Linssen.

"Dieser "Kahle Asten" ist der höchste jemals erreichte Schuldenstand in der Geschichte von NRW und führt zu einem jährlichen Schuldendienst von über 5 Milliarden Euro. Der selbsternannte "Ehrliche Kaufmann" Linssen, der nach Übernahme seines Regierungsamtes weder Nachtragshaushalte noch steigende Verschuldungen dulden wollte, ist jetzt nach drei Jahren Tätigkeit vollständig und in allen Punkten komplett gescheitert. Die Krise lässt das Land tief in die roten Zahlen rutschen. Nach dem Milliarden Desaster bei der WestLB, für das Linssen ebenfalls wesentliche Mitverantwortung trägt, war sein Rücktritt schön längst fällig. Doch im Gegensatz zu Bayern, wo CSU-Finanzminister Huber die Verantwortung übernahm, klebt Linssen weiter am Sessel und sieht zu, wie jetzt die Wirtschaft in NRW baden geht.
Statt der erwarteten 43,3 Milliarden Euro Steuern rechnet Finanzminister Helmut Linssen (CDU) für 2009 nur noch mit 42,1 Milliarden Euro. Die Regierung unternimmt jedoch nichts, um dem entgegen zu steuern. Das von mir und der LINKEN vorgeschlagene 15 Milliarden Euro Zukunftsprogramm für Innovation und Konjunktur in NRW wurde kategorisch abgelehnt. Wenn jetzt Linssen weiter von einer Haushaltskonsolidierung redet ist das eine Lachnummer, mit der er zwar bei närrischen Veranstaltungen auftreten kann, in der seriösen Finanzpolitik aber nichts verloren hat. Der NRW-Steuerzahler wird für das Desaster und für das vollständige Versagen von CDU und FDP aufkommen müssen."

12. November 2008

Inakzeptable Pläne gehören in die Altpapiertonne

Als einziger der 187 NRW-Landtagsabgeordneten lehnt der Abgeordnete Rüdiger Sagel (LINKE) die Pläne der vier Landtagsfraktionen zur automatischen Diätenerhöhung ab.

"Die Pläne der ganz großen Koalition aus CDU, SPD, FDP und Grünen sind dreist und werden von mir abgelehnt. Während in anderen Bereichen Lohn- und Gehaltssenkungen an der Tagesordnung sind, wollen sich die Landtagsabgeordneten dieser vier Fraktionen Einkommenssteigerungen gleich für fünf Jahre im Voraus absegnen lassen. Offensichtlich ist es CDU, SPD, FDP und Grünen unangenehm, sich immer wieder der Öffentlichkeit in Debatten über ihre Diätenbeschlüsse zu stellen," so Sagel.  

"Nach meiner Auffassung müssen sich die Landtagsabgeordneten aber der Debatte stellen, ob die Bezüge angemessen sind, wenn sie Erhöhungen fordern. Es reicht nicht, darüber nur noch einmal am Beginn einer Legislaturperiode rein formal zu entscheiden. Der jährliche Angemessenheitsbericht der Landtagspräsidentin muss deshalb erhalten bleiben.                       

Die Pläne der Fraktionen, die jetzt in erster Lesung beraten werden, gehören schleunigst in die Altpapiertonne."

 

6. November 2008

Sparkassengesetz weiterhin nicht zustimmungsfähig

Zu den von CDU und FDP geplanten Änderungen am Entwurf des Sparkassengesetzes erklärt Rüdiger Sagel MdL (DIE LINKE.NRW): "Die jetzt geplanten Änderungen am Entwurf des Sparkassengesetzes sind eine Reaktion auf die Proteste der Gewerkschaften, der Sparkassen und ihrer Beschäftigten. Sie sind gleichzeitig eine schallende Ohrfeige für Finanzminister Linssen.


Einige der Änderungen am Gesetzentwurf wie der Verzicht auf den S-Finanzverbund Nordrhein-Westfalen oder die Regelung, dass die Ausschüttungen der Sparkassen weiter vorrangig an gemeinnützige und gemeinwohlorientierte Institutionen fließen werden, sind zwar positiv zu bewerten. Aber auch nach den letzten Korrekturen der Koalitionsfraktionen CDU und FDP bleibt das Sparkassengesetz ein Einfallstor für die Privatisierung der Sparkassen. Der Zünder ist gelegt; offen bleibt, wann die Bombe explodiert. Dies hängt auch von der EU und ihrer Bewertung ab.

CDU und FDP halten auch im neuen Entwurf an der Ausweisung von Trägerkapital in den kommunalen Bilanzen fest. Dadurch steigt die Gefahr, dass finanzschwache Gemeinden in Notlagen zum Verkauf ihrer Sparkassenanteile gezwungen würden, um ihre Haushalte auszugleichen. Dann könnten private Investoren Zugriff auf die Sparkassen bekommen. Auch wenn eine Übertragung des Trägerkapitals erstmal ausgeschlossen ist: Das Land öffnet damit die Tür zu einer möglichen Privatisierung der Sparkassen. Dabei haben sich doch gerade die öffentlich-rechtlichen Sparkassen angesichts der Finanzkrise als Hort der Stabilität erwiesen.

Gleichzeitig kritisch zu bewerten ist die im Gesetzentwurf geregelte Fusion der beiden nordrhein-westfälischen Sparkassen- und Giroverbände bis spätestens Ende 2012. Eine Verbandsfusion wird weitere Sparkassenfusionen mit Filialschließungen und Arbeitsplatzverlusten vor Ort nach sich ziehen.

Die LINKE. NRW ist für den Erhalt der öffentlich-rechtlichen Sparkassen, ihrer kommunalen Einbindung und eine Stärkung ihrer Gemeinwohlorientierung. Die Bestrebungen der Landesregierung die Sparkassen für private Investoren zu öffnen, lehnen wir ab.

26. September 2008

LINKE kritisieren Börsengang der Deutschen Bahn AG am 13. Oktober

Auf massive Kritik stößt beim Landtagsabgeordneten Rüdiger Sagel (LINKE), dass die Deutsche Bahn, wie sie heute bekannt gab, trotz der internationalen Finanzmarktkrise in vier Wochen an die Börse gehen will.

"Es ist ein Schlag ins Gesicht der Bahnkunden wie Bahnchef Mehdorn den Börsengang betreibt. Dass Privatanleger in Deutschland ab dem 13. Oktober Papiere der künftigen Börsentochter DB Mobility Logistics zeichnen können, die zu 24,9 Prozent verkauft wird, ist zu verurteilen. Auf dem Rücken der Bahnkunden soll durch teurere Fahrkarten der geplante Börsengang für profithungrige Investoren attraktiv gemacht werden. Die von der Deutschen Bahn AG angekündigten Fahrpreiserhöhungen um durchschnittlich 3,9 Prozent sind absolut nicht notwendig und offenbaren eine Preispolitik, die auf Abzocke aus ist. Die von CDU und FDP, mit Rückendeckung der SPD, vorgenommene Teilprivatisierung wird dauerhaft bisherige Bahnstandards senken und einem einseitigen Profitdenken Vorschub leisten."

Aktuell könne man dies, laut Sagel, ganz konkret auch beim geplanten Ausbau des münsterschen Hauptbahnhofs erleben. "Der Ausstieg der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) als Kreditgeber aus dem geplanten HBF-Umbauprojekt wird mit "nicht ausreichender Rentabilität" begründet. Vermutlich wird der vorgesehene Investor Timon jetzt erneut das Fass mit der Vergrößerung der Einzelhandelsfläche von jetzt bereits 10 000 Quadratmetern um weitere 2000 Quadratmeter aufmachen. Dies zeigt exemplarisch, worum es bei der ganzen Transaktion eigentlich geht, nämlich nur um Profitinteressen und Rendite."

10. September 2008

CDU/FDP Regierung in NRW spart sich dumm!

 

Die Probleme in der Schulpolitik werden in NRW immer gravierender, die Leistungen schlechter, der Stress nimmt zu und die OECD stellt der deutschen Bildungspolitik insgesamt ein miserables Zeugnis aus, kritisiert der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (LINKE) die aktuelle Entwicklung in der Schul- und Bildungspolitik.

"Die Schere zwischen den Kindern aus Akademiker-Haushalten und aus sog. bildungsfernen Familien geht auch laut OECD immer weiter auseinander. In Deutschland und gerade auch in NRW wird im Schnitt nur 5,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildung ausgegeben, d.h. rund 20 Prozent weniger als in vergleichbaren Ländern. Die Landesregierung ist aufgefordert, mit einem kräftigen Investitionsschub die Schul- und Unterrichtsentwicklung, sowie die Personalsituation der 6.800 Schulen in NRW wesentlich zu verbessern. Die Verkürzung der Schulzeit bis zum Abitur darf nicht dazu führen, dass Eltern zu Hilfslehrern werden und andere Kinder die Anforderungen, aufgrund fehlender Unterstützung, gar nicht mehr schaffen. Wenn Bildung- und gleichberechtigte Bildungschancen dieser Schwarz-Gelben Landesregierung wirklich wichtig sind, so muss wesentlich mehr Geld in die Bildung investiert werden. Die CDU/FDP Landesregierung spart sich aber weiter dumm."  

Der von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Bildungsbericht 2008, so Sagel, stellt klar:  "Mit dem Festhalten an einem System, das gemeinsames Lernen von Kindern bereits nach vier Jahren beendet, bringt sich Deutschland im internationalen Vergleich ins Hintertreffen." Auch dazu gibt es laut Sagel genügend Studien. "Insbesondere die CDU will daran aber unter keinen Umständen etwas ändern."           

Wenn Deutschland so weitermache, werde es bald nicht mehr zu den führenden Industrienationen gehören, warnt selbst die OECD-Bildungsdirektorin Barbara Ischinger. "Nötig sei mehr Geld für Bildung. DIE LINKE fordert die Landesregierung auf, ihre 2005 gemachten bildungspolitischen Wahlversprechen, wie z.B. kleinere Klassen, endlich einzulösen. Schulministerin Sommer wäre gut beraten, wenn sie statt des Ignorierens, Abstreitens, die Verantwortung abwälzend, Mitarbeiter austauschend, den Tatsachen ins Auge sehen und endlich die persönlichen Konsequenzen ziehen würde."

1. August 2008

Privatisierung durch die EU-Hintertür droht

 

NRW darf nicht vor EU-Kommission kapitulieren. Das Land NRW darf der Erpressungspolitik der EU-Kommission in Sachen WestLB nicht nachgeben, fordert der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (DIE.LINKE NRW).

MdL Rüdiger Sagel

"Die gestrigen Beschlüsse des Aufsichtsrats der WestLB deuten in die Richtung einer Kapitulation vor der EU-Kommission. Die Bank soll nun offensichtlich einseitig auf dem Rücken der Beschäftigten, der Sparkassen und der SteuerzahlerInnen saniert werden. Leidtragende der Fehler bei der WestLB und der Milliarden-Zockerei sind jetzt in erster Linie die Beschäftigten. 1.350 der 5.900 MitarbeiterInnen bei der WestLB sollen entlassen werden."                        

Die Zockerei an den internationalen Finanzmärkten mit US-Hypothekendarlehen ('Subprime'), die bei der WestLB schon jetzt zu Milliardenverlusten geführt haben, fordert einen hohen Preis. Offensichtlich verlangt EU-'Wettbewerbs'-Kommissarin Neelie Kroes als Gegenleistung für die Genehmigung des WestLB -Restrukturierungsplans die Überlassung der WestLB-Aktienmehrheit an private Investoren. "Das wäre die Privatisierung der WestLB durch die Hintertür und muss auf jeden Fall verhindert werden," fordert Sagel.                 

"Das zur Zeit stattfindende unverbindliche Geplänkel um den Dreierbund WestLB-Dekabank-Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) hilft in der Sache nicht weiter. Denn eine Fusion WestLB-Helaba war von den Helaba-Eignern, den Hessischen Sparkassen, erst zu Jahresbeginn abgelehnt worden. Außerdem müsste die Dekabank von den anderen Landesbanken für eine derartige Verbindung freigegeben werden. Danach sieht es aber nicht aus."                       

Nach Sagels Auffassung ist die Krise bei der WestLB noch viel größer als bisher bekannt. "Neben den o.g. verlustreichen US-Geschäften mit US-Hypothekendarlehen hat sich die WestLB offensichtlich auch im Handel mit britischen Immobilienkrediten verspekuliert. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins 'Der Spiegel' hat die WestLB noch ein Paket von 500 Millionen Euro aus britischen Immobilienkrediten in den Büchern, die wenn überhaupt, nur mit dramatischen Kursabschlägen gehandelt werden."                      

"Die Ursachen für diese WestLB-Pleiten müssen endlich lückenlos aufgeklärt und entsprechende personelle Konsequenzen gezogen werden. Finanzminister Linssen, der für die Landesregierung im Aufsichtsrat der WestLB sitzt, verschanzt sich seit mehr als einem Jahr hinter einer Mauer des Schweigens und täuscht das Parlament über die tatsächliche Situation bei der Bank. Deshalb muss er zurücktreten," fordert Sagel.                                            

Gleichzeitig fordert Sagel die CDU-FDP-Landesregierung auf, die Erpressungspolitik gegenüber der Sparkassen und Kommunen im Zusammenhang mit der WestLB einzustellen. "Die Landesregierung droht den Sparkassen unverhohlen mit einer Novellierung des Sparkassengesetzes. Dadurch soll die Möglichkeit direkter Übernahmen von Sparkassen durch die WestLB und der Einstieg der WestLB in das Kerngeschäft der Sparkassen, also das breite Privatkundengeschäft und das Geschäft mit kleineren Mittelständlern, geschaffen werden. Interessanter Weise fordert das offensichtlich auch die EU-Kommission. Das ist ein Generalangriff auf die Sparkassen und der Einstieg in die Privatisierung. Mit dieser Erpressungspolitik dürfen Landesregierung und EU-Kommission nicht durchkommen. Eine Rettung der WestLB mit Hilfe der Sparkassen kann es überhaupt nur geben, wenn die Landesregierung ein Sparkassengesetz auf den Tisch legt, das den Sparkassen nutzt und von Vertikalisierung und Privatisierung Abstand nimmt. "                            

Sagel fordert von der Landesregierung, in der kommenden Sitzung des Haushalts- und Finanzausschusses endlich die Karten auf den Tisch zu legen. "Ich will Auskunft über das wahres Ausmass der Krise, die Pläne zum Personalabbau und das zukünftige Geschäftsmodell der WestLB. Mit diesen skandalösen Spekultionsgeschäften muss Schluss sein. Die WestLB muss stattdessen an dem Ziel neu ausgerichtet werden, und dass sie verstärkt auf ihre Funktion als Landesbank zurückgeführt wird, die als Zentralbank der Sparkassen für die Bürgerinnen und Bürger agiert und sich an den Finanzierungsbedürfnissen der regionalen Wirtschaft orientiert. "

15. Juli 2008

Der Fauxpas von Frau Merkel zeigt deren völlige Unwissenheit über die bittere Realität von Hartz-IV-BezieherInnen

Von: DIE LINKE. NRW

"Diese Äußerungen der Kanzlerin zeigen ihre völlige Unwissenheit über die bittere Realität der Menschen, die von Hartz IV leben (müssen)", so Carolin Reißlandt, sozialpolitische Sprecherin der LINKEN NRW. Kanzlerin Angela Merkel hat die Empfehlung des EU-Kommissionspräsidenten Manuel Barroso, Sozialtarife für GeringverdienerInnen einzuführen, in der Bild am Sonntag mit der Begründung, "Deutschland habe solche sozialen Regelungen längst" zurückgewiesen.

Zudem sagte sie, dass beim Arbeitslosengeld II im Rahmen der Erstattung der Unterkunftskosten alle Heizkosten und Stromrechnungen voll ersetzt würden. Das Erwerbslosen Forum Deutschland stellte daraufhin Musteranträge zur vollen Übernahme der Heizkosten ins Netz bis Regierungssprecher Steg Merkels Äußerungen relativierte, es habe sich dabei wohl eine "gewisse Unschärfe" eingeschlichen.

"Diese Äußerungen der Kanzlerin zeigen ihre völlige Unwissenheit über die bittere Realität der Menschen, die von Hartz IV leben (müssen)", so Carolin Reißlandt, sozialpolitische Sprecherin der LINKEN NRW.

Traurige Praxis sei eben, dass die Kosten für Strom, Warmwasser und Gas zum Kochen nicht übernommen würden, sondern aus dem ohnehin menschenunwürdigen, da viel zu niedrigen Regelsatz zu zahlen seien. Zudem gewährten einige ARGEn in NRW nur Pauschalierungen für die Heizkosten, obwohl im Gesetzestext die "Übernahme der tatsächlichen Kosten, soweit diese angemessen sind", garantiert würde. Um diese Praxis zu unterbinden und die Angemessenheit der Kosten näher zu bestimmen, ist allerdings eine Rechtsverordnung des Bundesministerium für Arbeit und Soziales notwendig, die bis heute aussteht.

"Die durch gestiegene Strom- und Gaspreise übrig gebliebenen "Restkosten", die von den Regelsätzen abgehen, explodieren seit längerem förmlich", so Carolin Reißlandt. Allein in NRW sei 2007 rund 59.000 Haushalten der Strom abgestellt worden und für dieses Jahr sei eine noch weitaus größere Zahl zu befürchten. Umso notwendiger seien einerseits Sozialtarife für GeringverdienerInnen und andererseits die Wiedereinführung der Preisaufsicht für Energiekonzerne, um die Preissteigerungen im Energiebereich rückgängig zu machen. Auch müssten die Netze in öffentliches Eigentum zurückkehren. Weil Zwangsumzüge, Armut per Gesetz und eiskalte, stromlose Haushalte menschenunwürdig sind, will DIE LINKE vor allem Hartz IV überwinden - und eine bedarfsorientierte, repressionsfreie Grundsicherung schaffen.

4. Juli 2008

Rüttgers versagt bei Struktur- und Arbeitsmarktpolitik - Skandalöse NRW-Subventionspolitik gehört in Untersuchungsausschuss

Bei der Wirtschafts-, Struktur- und Arbeitsmarktpolitik im Ruhrgebiet hat Ministerpräsident Rüttgers mit dem Freikauf von NOKIA endgültig versagt, denn dies ist jetzt auch beispielhaft für andere Unternehmen. "Die gesamte Subventionspolitik des Landes gehört endlich auf den Prüfstand und dafür ist ein Untersuchungsausschuss im Landtag, der sich der zahlreichen ungeklärten und dubiosen Subventionsfälle annimmt, lange überfällig", schlägt der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (LINKE) scharfe Töne an.

"Es ist nicht Aufgabe des Landes mit Steuermitteln für einen Konzern wie NOKIA einzuspringen, der sich arbeitnehmerfeindlich und gegen die Interessen von NRW verhält. Denn über 1500 Arbeitern droht jetzt dauerhaft die Arbeitslosigkeit und von 60 Millionen Euro zahlt der finnische Konzern nur 20 Millionen an das Programm "Wachstum für Bochum". Auch wenn Nokia das Werksgelände zur Verfügung stellt, dessen Wert auf 20 Millionen geschätzt wird, schießt NRW aus Steuermitteln 20 Millionen Euro zu."

NOKIA weiß genau, so Sagel, dass das Unternehmen die Arbeitsplatzzusagen nicht eingehalten hat. Obwohl sich der Konzern gegenüber NRW verpflichtet hatte am Standort Bochum mindestens 2.860 sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze zu schaffen, schuf NOKIA nur 2300. "Wenn jetzt die Produktion trotz eines Konzern-Rekordgewinns von 7,2 Milliarden für 2007 nach Rumänien verlagert wird und der Handyhersteller dort Monatslöhne von nur rund 200 Euro brutto zahlt, zeigt dass die Arbeitnehmerfeindlichkeit und dubiose Praktik des Konzerns. Wenn Ministerpräsident Rüttgers und die Landesregierung dieses Verhalten jetzt auch noch mit Steuermitteln unterstützen ist das ein Skandal. Dies Geld muss im Sinne der Arbeiter eingeklagt werden, denn es wird für die Strukturpolitik im Ruhrgebiet dringend gebraucht.“

25. Juni 2008

AGR braucht Regeln als regionaler Entsorger - Diskussion um Müllimporte ins RZR Herten ist nicht beendet

 

Mit Befremden hat die Fraktion DIE LINKE. im Regionalverband Ruhr (RVR) Äußerungen des Regionaldirektors Heinz-Dieter Klink bei der Bilanzpressekonferenz der Abfallentsorgungsgesellschaft Ruhr mbH (AGR) zur Frage der Müllimporte zur Kenntnis genommen. Klink erklärte die Debatte um die Mülllieferungen aus Neapel für beendet. Die AGR sei nicht mehr handlungsfähig, wenn „jede Mülllieferung Gegenstand einer politischen Debatte würde“. Aus Sicht der Linksfraktion gehen diese Äußerungen am eigentlichen Problem vorbei.

Fraktionssprecher DIE LINKE. RVR: Wolfgang Freye

 

„Die AGR ist ein regionaler Entsorger, sie wurde gegründet um Müll aus den Ruhrgebietskommunen zu verbrennen und nicht um Mülltourismus zu fördern“, erläutert Fraktionssprecher Wolfgang Freye. „Die ‚Nothilfe’ für Neapel ist deshalb so problematisch und in der Verbandsversammlung zum Streitfall geworden, weil keine ernsthaften Anstrengungen der italienischen Behörden zu erkennen sind, das Müllproblem zu lösen. Außerdem weiß keiner, was eigentlich in diesem Müll alles drin steckt.“

Der Müllmarkt in der Region Kampanien scheint fest in der Hand der Mafia zu sein. Diese hat wiederholt „normalem“ Hausmüll hochgiftige und radioaktive Stoffe untergemischt. Eine Anfrage der LINKEN an den RVR, wie solche Vorkommen verhindert werden sollen, wurde aus Sicht der Linksfraktion unbefriedigend beantwortet. Die Antwort lautete, dass „erfahrene Müllwerker“ Eingangskontrollen durchführen.        

„Die kriminellen Machenschaften der Müll-Mafia werden offensichtlich unterschätzt“, so Wolfgang Freye weiter. „Immerhin hat die italienische Mafia auch vor der Bestechung von Behördenvertretern nicht zurückgeschreckt. Wir haben deshalb in der letzten Verbandsversammlung noch einmal gefordert, dass für die AGR endliche klare Regeln eingeführt werden, wie sie am Markt agieren darf und wie nicht. Es kann nicht angehen, dass ein regionaler Entsorger immer wieder in die Diskussion um die Verbrennung ausländischen Mülls gerät.      

Im Übrigen ist die Diskussion um die Müllverbrennung nicht dann beendet, wenn der Regionaldirektor dies verkündet. Wir werden weiter am Ball bleiben, bis es klare Regelungen gibt.“

24. Juni 2008

Auch in NRW kein Ende beim Personalabbau im öffentlichen Dienst

Ausgerechnet am 23. Juni zum internationalen Tag des öffentlichen Dienstes, 2003 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen ausgerufen um den Wert und die Bedeutung des öffentlichen Dienstes für die Gesellschaft zu würdigen, veröffentlichte das Statistische Bundesamt die neusten Zahlen für den fortschreitenden Personalabbau bei Bund, Ländern und Gemeinden.

"So wurde allein im Jahr 2007 der Personalstand im öffentlichen Dienst um insgesamt 36.000 Stellen reduziert, davon allein 17.000 Stellen in den Kommunen," so Ingrid Remmers, arbeitsmarktpolitische Sprecherin DIE LINKE. NRW.

Diese Zahlen stehen am Ende einer Entwicklung die in den vergangenen 10 Jahren bereits zu einem Personalabbau von 6,7 Millionen auf inzwischen 4,9 Millionen Beschäftigten geführt hat. In NRW gab es allein zwischen 2005 und 2006 einen Rückgang der Vollzeitstellen bei Land und Kommunen um 1%, also einen Abbau von 5.158 Arbeitsplätzen.

Eine wesentliche Ursache für den Stellenabbau liegt laut Statistischem Bundesamt in der Privatisierung öffentlichen Eigentums. Neben dem fortschreitenden Rückzug des Staates aus seiner Verantwortung für die Versorgung der Bürgerinnen und Bürger, bedeutet der Stellenabbau im öffentlichen Dienst durch Privatisierungen für die Beschäftigten in der Regel entweder Arbeitslosigkeit oder aber erhebliche Einkommenseinbußen und Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen. Längere Wochenarbeitszeiten, die Streichung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld und erhöhte Arbeitsbelastungen sind nach dem Verkauf von Wohnungsgesellschaften, Ver- bzw. Entsorgungsunternehmen u.a. schon zur Normalität geworden. Auch in NRW wird mit dem in der letzten Woche von der schwarz-gelben Landesregierung beschlossenen Verkauf der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) und seinem Bestand von 97.000 Wohnungen dieser Abwärtstrend weiter fortgesetzt, führt Ingrid Remmers dazu aus.

DIE LINKE. NRW fordert stattdessen den Ausbau der Öffentlichen Beschäftigung auch in NRW. Eine Umkehr von der bisherigen Strategie würde nicht nur die Versorgungssicherheit für die Bevölkerung in notwendigen Bereichen wie Energie, Wohnen und Mobilität sowie für weitere gesellschaftliche Aufgaben gewährleisten. Die Ausweitung des Öffentlichen Beschäftigungssektors würde darüber hinaus die Arbeitslosigkeit erheblich senken und zu mehr Kaufkraft und damit zur Stärkung des Binnenmarktes führen. Was wiederum zu Mehreinnahmen für Bund, Länder und Kommunen führt. WieŽs geht, so Remmers, hat DIE LINKE in ihrem kürzlich vorgestellten Zukunftsinvestitionsprogramm gezeigt.

18. Juni 2008

DIE LINKE. zum Haushalt 2009: Bilanzfälscher Linssen gescheitert

Eine katastrophale Bilanz von CDU/FDP mit einer neuen Rekordverschuldung und einem Schuldendienst von über 5 Mrd. Euro jährlich kritisiert der Landtagsabgeordnete Rüdiger Sagel (DIE LINKE.).

"Finanzminister Linssen ist auf ganzer Linie gescheitert. Nach dem WestLB Skandal mit Milliardenverlusten nun eine neue Milliardenverschuldung mit Rekordstand, trotz höherer Steuereinnahmen. Das ist das finanzpolitische Debakel von CDU/FDP.
Bei Kindern, Jugendlichen und sozial-ökologischen Projekten wird gespart, bei höchstdotierten 72 neuen Stellen aber massiv Geld ausgegeben, wie man es beim Rüttgers-Club der Staatskanzlei erlebt. Auch Bilanzfälschungen helfen Glücksritter Helmut jetzt nicht mehr weiter, denn die nackten Zahlen werden immer desaströser. Über 121 Milliarden Euro Schulden Ende 2009 sind das ernüchternde Ergebnis der CDU/FDP Landesregierung."